Big Oil: Ende der Gewinn-Bonanza dank fragiler Raffinerien
Big Oil: Ende der Gewinn-Bonanza dank Raffinerien

Die fünf größten Ölkonzerne der westlichen Welt haben in der ersten Jahreshälfte 2026 insgesamt 68,5 Milliarden Dollar verdient – fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Grund ist die Sonderkonjunktur bei den Raffinerien, die hohe Margen abwerfen. Doch diese Entwicklung ruht auf einem fragilen Fundament: Sie speist sich aus einer Marktsonderlage, die nicht von Dauer sein wird.

Rekordgewinne dank Raffinerien

Während die Ölmultis ihr bestes Ergebnis seit vier Jahren erwirtschaften, ächzen Autofahrer unter Rekordpreisen an den Zapfsäulen – nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA. Dort werden die kritischen Stimmen angesichts der Gewinntirade lauter. Sogar Präsident Donald Trump merkte an, dass die Ölkonzerne zu viel Geld machen und ihm das nicht gefalle.

Die hohen Gewinne sind wenig überraschend, denn die Rohölpreise sind stark gestiegen. Schon 2022, kurz nach Ausbruch des Ukrainekriegs, waren die Gewinne extrem. Seitdem ist Big Oil deutlich effizienter, kostensparsamer und digitaler geworden. Unterm Strich verdient die Branche pro Barrel deutlich mehr als noch vor vier Jahren.

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Raffineriemargen als Gewinntreiber

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Raffineriemargen. Die wartungsintensiven Fabriken waren in den vergangenen Jahren vor allem teuer und immer weniger ausgelastet. Jetzt kommen die Ölkonzerne teilweise an ihre Grenzen. So meldete Total Energies für das erste Halbjahr einen Anstieg der europäischen Raffineriemargen (ERM) auf 12,4 Dollar pro Barrel – fast eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreswert. Die britische Shell meldete im zweiten Halbjahr eine Auslastung von 100 Prozent.

Diese Zahlen verdeutlichen: Die Raffinerien sind der Motor der aktuellen Gewinnwelle. Doch die hohen Margen sind eine Folge der geopolitischen Lage – insbesondere des Kriegs in Nahost, der die Ölpreise in die Höhe treibt. Sobald sich die Lage entspannt, könnten die Margen einbrechen.

Verbraucher zahlen die Zeche

Die Kehrseite der Medaille: Die Verbraucher müssen für die hohen Gewinne der Ölkonzerne aufkommen. Die Rekordpreise an den Zapfsäulen belasten Haushalte und Unternehmen. In Deutschland und den USA wächst der Unmut. Die Politik steht unter Druck, Maßnahmen zu ergreifen, um die Bürger zu entlasten.

Doch die Ölkonzerne verteidigen ihre Gewinne. Sie verweisen auf die hohen Investitionen in die Energiewende und die Notwendigkeit, Renditen für Aktionäre zu erwirtschaften. Die Debatte über eine Übergewinnsteuer gewinnt jedoch an Fahrt.

Fragiles Fundament

Analysten warnen vor einer schnellen Korrektur. Die aktuellen Raffineriemargen sind historisch außergewöhnlich hoch und könnten sich normalisieren, sobald die geopolitischen Spannungen nachlassen. Zudem steigt die Nachfrage nach Elektroautos, was langfristig die Nachfrage nach Benzin und Diesel senken dürfte.

Für die Ölkonzerne gilt: Die Bonanza ist endlich. Sie sollten die hohen Gewinne nutzen, um sich für eine Zukunft ohne fossile Brennstoffe aufzustellen. Wer jetzt nicht investiert, könnte in wenigen Jahren abgehängt werden.

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