Am Bodensee sorgt ein Bauprojekt eines Frankfurter Milliardärs für Empörung. Der Unternehmer errichtet auf österreichischer Seite in Lochau eine Betonvilla und hat einen jahrhundertealten Wanderweg, den Pfänder-Weg, sperren lassen. Eine Mauer, neue Schilder und ein Umweg durch das Dorf erzürnen die Anwohner, die auf ihr Wegerecht pochen. Der Bürgermeister von Lochau spricht von einer Sperre ohne rechtliche Grundlage und kündigt harte Schritte an.
Wanderweg gesperrt: Anwohner laufen Sturm
Der Pfänder-Weg ist seit Generationen ein beliebter Spazierweg für Einheimische und Touristen. Mit dem Bau der Villa wurde der Weg plötzlich dicht gemacht. „Das ist eine Frechheit“, sagt ein Anwohner. „Wir lassen uns nicht von einem reichen Unternehmer vorschreiben, wo wir gehen dürfen.“ Die Gemeinde Lochau steht hinter den Bürgern. Bürgermeister Michael Simma erklärte: „Die Sperrung entbehrt jeder rechtlichen Grundlage. Wir werden alle juristischen Mittel ausschöpfen, um das Wegerecht der Bevölkerung durchzusetzen.“
Milliardär aus Frankfurt: Villa mit Seeblick
Der Milliardär, der namentlich nicht genannt wird, stammt aus Frankfurt und investiert in eine luxuriöse Villa mit direktem Zugang zum See. Das Grundstück grenzt an den Wanderweg, den er nun offenbar als privat deklariert. Die Baugenehmigung wurde von der Bezirkshauptmannschaft Bregenz erteilt, doch die Sperrung des Weges sei nicht Teil der Genehmigung, so der Bürgermeister. „Es gibt keinen Bescheid, der die Schließung des öffentlichen Weges erlaubt.“
Rechtliche Schritte angekündigt
Die Gemeinde Lochau prüft derzeit rechtliche Schritte. Ein Anwalt wurde eingeschaltet. „Wir werden notfalls klagen“, sagt Simma. Die Chancen stehen gut: Nach österreichischem Recht sind öffentliche Wege durch das Wegerecht geschützt. Sollte der Milliardär die Sperrung nicht aufheben, droht ein Gerichtsverfahren. Die Anwohner haben bereits eine Petition gestartet, die innerhalb weniger Tage über 500 Unterschriften sammelte.
Historischer Weg bedroht
Der Pfänder-Weg ist mehr als 100 Jahre alt und eine wichtige Verbindung für Wanderer. Er führt entlang des Pfänderrückens und bietet einen atemberaubenden Blick auf den See. „Dieser Weg gehört der Allgemeinheit“, betont ein Sprecher des Alpenvereins. „Wir unterstützen die Gemeinde in ihrem Kampf.“
Bislang gibt es keine Stellungnahme des Milliardärs. Die Villa ist noch im Bau, die Fertigstellung ist für nächstes Jahr geplant. Ob der Weg dann wieder geöffnet wird, bleibt abzuwarten. Der Bürgermeister zeigt sich entschlossen: „Wir werden nicht nachgeben. Das Recht der Bürger steht über dem Privatinteresse eines Einzelnen.“



