Der 19-jährige Fußball-Profi Nicolas Bosshardt vom FC São Paulo hat am Montagabend in Barueri einen 84-jährigen Mann mit seinem BMW überfahren und getötet. Das bestätigte die örtliche Polizei. Bosshardt, der zuvor mit seinen Mitspielern Igor Felisberto (19) und Ryan Francisco (19) ein Einkaufszentrum besucht hatte, war gegen 21:53 Uhr Ortszeit auf dem Rückweg, als er den Mann erfasste, der gerade eine Straße überquerte.
Erste Hilfe geleistet, aber keine Rettung
Nach Angaben seiner Anwälte blieb Bosshardt an der Unfallstelle, leistete erste Hilfe und rief den Rettungsdienst. Trotz der schnellen Hilfe erlag der Mann wenig später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Der Vorfall ereignete sich in der Stadt Barueri im Großraum São Paulo.
Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Zeugen berichten, dass Bosshardt mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. Zudem wird geprüft, ob zwischen Bosshardt und seinen Mitspielern ein illegales Autorennen stattfand. Bosshardt bestreitet diese Vorwürfe. Er gab an, nur etwa 50 km/h gefahren zu sein und dem Mann noch ausweichen gewollt zu haben.
Richterin ordnet Auflagen an
Nach einer Anhörung am Dienstag wurde Bosshardt vorläufig freigelassen. Die zuständige Richterin ordnete jedoch strenge Auflagen an: Er muss monatlich vor Gericht erscheinen, seine Wohnadresse stets aktuell halten und darf seinen Wohnsitz ohne Ankündigung nicht länger als acht Tage verlassen. Sein Führerschein wurde eingezogen. Die Richterin deutete an, dass es ausreichende Indizien für eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung gibt.
Bosshardt gilt als eines der größten Talente Brasiliens. Bereits 2025 trainierte er für vier Wochen bei der U19 und U21 des VfB Stuttgart – im Rahmen einer Partnerschaft zwischen den Schwaben und dem FC São Paulo. Auch der FC Barcelona zeigte in der Vergangenheit Interesse an dem Linksverteidiger.
Schweizer Nationalmannschaft beobachtet Bosshardt
Bosshardt besitzt dank seiner Vorfahren auch den Schweizer Pass. Der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin (51) sagte noch im März über ihn: „Er ist absolut auf dem Radar. Er ist Linksverteidiger, kräftig, jung, spielt in einer Top-Liga.“ In der laufenden Saison absolvierte Bosshardt bisher einen Kurzeinsatz in der ersten brasilianischen Liga für São Paulo.
Der Unfall hat in Brasilien für großes Aufsehen gesorgt. Die Ermittlungen dauern an. Sollte es zu einer Anklage kommen, drohen Bosshardt bis zu mehrere Jahre Haft. Der Verein FC São Paulo hat sich bislang nicht offiziell geäußert.



