Berlin und Baden-Württemberg drängen Bayern bei Start-up-Finanzierungen ab
Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY haben Berlin und Baden-Württemberg im Jahr 2024 Bayern bei den Investitionen in Start-ups überholt. Während in Berlin rund 2,5 Milliarden Euro in junge Unternehmen flossen, waren es in Baden-Württemberg etwa 1,2 Milliarden Euro. Bayern musste sich mit rund 1,1 Milliarden Euro begnügen und fiel damit auf den dritten Platz zurück.
Gesamtinvestitionen in Deutschland steigen leicht an
Insgesamt investierten Wagniskapitalgeber im Jahr 2024 rund 5,5 Milliarden Euro in deutsche Start-ups, ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings bleibt das Niveau deutlich unter dem Rekordjahr 2021, als rund 11 Milliarden Euro investiert wurden. Die Zahl der Finanzierungsrunden ging leicht zurück, was auf eine Konsolidierung des Marktes hindeutet.
„Der deutsche Start-up-Markt zeigt sich robust, aber die Zeiten des schnellen Geldes sind vorbei. Investoren achten stärker auf profitable Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum“, kommentierte Dr. Thomas Prüver, Partner bei EY. Besonders gefragt waren Start-ups aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Klimaschutz und Gesundheitstechnologie.
Berlin bleibt das wichtigste Start-up-Zentrum
Berlin festigt seine Position als führender Start-up-Standort in Deutschland. Die Hauptstadt profitierte von mehreren großen Finanzierungsrunden, darunter 500 Millionen Euro für ein KI-Unternehmen und 300 Millionen Euro für einen Lebensmittel-Lieferdienst. Auch Baden-Württemberg konnte mit starken Investitionen in die Bereiche Maschinenbau und Automatisierung punkten.
Bayern hingegen verzeichnete einen Rückgang der Investitionen um rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist vor allem auf die schwächere Performance von Start-ups aus dem Fintech- und Mobilitätssektor zurückzuführen, die in München und Umgebung stark vertreten sind.
Ausblick für 2025
Für das laufende Jahr erwarten die EY-Experten eine leichte Belebung des Investitionsklimas, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stabil bleiben. „Die Zinssenkungen der EZB und die anhaltende Digitalisierung bieten gute Chancen für innovative Start-ups. Allerdings bleibt die geopolitische Lage ein Unsicherheitsfaktor“, so Prüver.



