Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat ein Treffen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio für Donnerstag in der philippinischen Hauptstadt Manila angekündigt. Im Zentrum der Gespräche am Rande des Asean-Außenministertreffens werden voraussichtlich die Kriege in der Ukraine und im Iran stehen. Lawrow erklärte am Mittwoch gegenüber Reportern: „Das Treffen wird auf jeden Fall nützlich sein. Es ist gut, Fragen zu stellen und Antworten zu erhalten.“
Ukrainischer Armeechef Syrskyj entlassen – Nachfolger Drapatyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach tagelangen Protesten den Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Olexander Syrskyj, entlassen. Neuer Armeechef wird der 43-jährige Generalmajor Mychajlo Drapatyj. Die Entscheidung fiel im Zuge eines Machtkampfs zwischen Syrskyj und dem ebenfalls entlassenen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Fedorow, der erst seit einem halben Jahr im Amt war, galt als Reformer und setzte stark auf Technisierung und Digitalisierung. Seine Absetzung löste große Proteste aus, bei denen sich der Unmut zunehmend gegen Syrskyj richtete.
In einem Abschiedsschreiben auf Telegram zog Syrskyj Bilanz: „Ich übergebe meinem Nachfolger eine Armee, die nicht nur die Verteidigung hält, sondern sich auch im Offensivmodus befindet – mit Initiative, mit Struktur und mit Menschen, die wissen, wie man den Feind besiegt.“ Er betonte, dass unter seinem Kommando in diesem Jahr 743 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums befreit worden seien. Allerdings gingen laut Militärbeobachtern des Portals „DeepStateMap“ seit Jahresbeginn fast 800 Quadratkilometer verloren. Syrskyj erklärte weiter: „Meine Aufgabe ist der Krieg. In welcher Position ich auch immer sein mag, ich werde der Ukraine bis zum Sieg dienen.“
UN meldet drastischen Anstieg ziviler Opfer in der Ukraine
Die Zahl der zivilen Opfer in der Ukraine ist laut einem UN-Bericht sprunghaft gestiegen. Das UN-Menschenrechtsbüro dokumentierte für das erste Halbjahr 2026 insgesamt 1396 Tote und 7978 Verletzte. Das entspricht einem Anstieg um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und fast einer Verdopplung im Vergleich zu 2024. Als Hauptgrund nannte die UN die drastische Zunahme von Drohnenangriffen. Allein durch Kurzstreckendrohnen wurden 418 Menschen getötet und 2437 verletzt – im Vorjahreszeitraum waren es 218 Tote und 1511 Verletzte.
Russisches Kriegsschiff feuert scharfe Munition im Ärmelkanal
Ein russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal nahe der britischen Küste eine Übung mit scharfer Munition abgehalten. Die halbstündige Übung fand am Montag rund 40 Seemeilen (74 Kilometer) südlich von Plymouth in internationalen Gewässern statt, wie das britische Verteidigungsministerium mitteilte. Die Besatzung habe zuvor das britische Patrouillenschiff „HMS Tyne“ informiert und aufgefordert, sich in eine sichere Position zu bringen. Bei dem russischen Schiff handelt es sich britischen Medien zufolge um die Fregatte „Neustraschimi“ der Ostseeflotte. Die Übung erfolgte vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zwischen Russland und dem Westen.
Weitere Entwicklungen: Angriffe auf Wildberries-Lager, Getreideroute eingeschränkt
Der größte russische Online-Händler Wildberries meldete erneute Angriffe auf seine Lagerhallen in Krasnodar und Newinnomyssk. Mehrere Menschen seien verletzt worden, teilte Unternehmenschefin Tatjana Kim mit. Bereits am Samstag waren bei ukrainischen Drohnenangriffen acht Mitarbeiter getötet und Brände ausgelöst worden. Wildberries wird häufig als „Russlands Amazon“ bezeichnet.
Russland hat zudem Schiffen das Ankern in ungeschützten Gebieten in den Häfen von Asow und Kawkas verboten, nachdem ukrainische Angriffe auf Tanker den Schiffsverkehr im Asowschen Meer beeinträchtigt hatten. Über diese Route wird etwa ein Viertel der russischen Getreideexporte abgewickelt.
Nordkorea bekräftigt Unterstützung für Russland
Nordkorea hat seine Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine bekräftigt. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA erklärte anlässlich eines Besuchs von Außenministerin Choe Son Hui in Moskau, Pjöngjangs Rückendeckung für die „gesamte Innen- und Außenpolitik der Russischen Föderation“ sei „unerschütterlich“. Russland habe seinerseits die volle Unterstützung für die nordkoreanische Souveränität zugesichert. Seit Beginn der Invasion 2022 haben beide Länder ihre Zusammenarbeit intensiviert: Nordkorea liefert Truppen und Waffen, Russland Lebensmittel und Technologie.
Kreml: Keine Hoffnung auf bessere Beziehungen zu Großbritannien
Der Kreml hat nach eigenen Angaben „keine Hoffnung“ auf bessere Beziehungen zu Großbritannien unter dem neuen Premierminister Andy Burnham. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow kritisierte, Burnham habe mit seinen Beistandsbekundungen für die Ukraine gezeigt, dass er den Krieg fortsetzen wolle. Burnham war am Montag vereidigt worden und hatte in einem Telefonat mit Selenskyj „Großbritanniens entschlossenes Engagement“ für Kiew bekräftigt.
Ukraine: Tote und Verletzte bei russischen Angriffen
Bei russischen Angriffen in der Ukraine kamen mindestens drei Menschen ums Leben. In Saporischschja wurden zwei Menschen getötet und mehrere verletzt, als eine Gleitbombe ein Wohnhaus traf. In Cherson starb ein Mensch, zwei weitere wurden verletzt. In Sumy erlitten sechs Bewohner Verletzungen durch Drohnenangriffe, darunter vier Minderjährige. In einem Einkaufszentrum brach ein Großbrand aus, und Einsatzfahrzeuge wurden bei weiteren Attacken beschädigt.
Ukrainische Marine setzt erstmals FPV-Drohnen von Überwasserdrohnen ein
Ukrainische Marineinfanteristen haben nach eigenen Angaben erstmals FPV-Drohnen von unbemannten Überwasserdrohnen (USV) gestartet, um russische Stellungen anzugreifen. Die Operation fand nahe Salisnyj Port in der Region Cherson statt. Die USV des Typs Barracuda transportierten die Drohnen über das Schwarze Meer, von wo aus sie Logistikrouten und Personal attackierten. Eine der Überwasserdrohnen wurde durch russische Lancet-Munition zerstört, die anderen setzten den Einsatz fort. Sollte sich der Bericht bestätigen, wäre dies der erste bekannte operative Einsatz dieser Art und würde die Reichweite von FPV-Drohnen erheblich erweitern.



