Finma leitet Verfahren gegen Zurich Insurance ein
Die Schweizer Finanzaufsichtsbehörde Finma hat ein Verfahren gegen den Versicherungskonzern Zurich Insurance eingeleitet. Grund sind Vorwürfe, wonach das Unternehmen einigen Schweizer Kunden Versicherungspolicen zu niedrigeren Preisen verkauft habe, als mit der Aufsicht vereinbart. Dies teilte Zurich Insurance am Montag mit.
Verkaufsverbot für bestimmte Produkte
Die Finma habe zudem ein Verkaufsverbot für bestimmte Produkte im Bereich der betrieblichen Lebens- und Rentenversicherungen in der Schweiz verhängt. In der Folge darf die betroffene Sparte vorerst nur noch Bestandskunden bedienen. Konzernchef Mario Greco betonte gegenüber Bloomberg, dass das Verbot keine Auswirkungen auf den Gewinn haben werde. Allerdings würden wegen der Untersuchungen mehr als ein Dutzend Mitarbeiter entlassen.
Unklare Verfahrensdauer
Wie lange das Verfahren dauern wird, ist unklar. Der „SonntagsBlick“ hatte zuerst über den Fall berichtet. Die Finma selbst erklärte, sie äußere sich grundsätzlich nicht zu Einzelfällen, untersuche aber mögliche Verstöße gegen das Finanzmarktrecht und ergreife bei Bedarf Maßnahmen. Die genauen Umstände der Preisgestaltung und die Höhe der Abweichungen von den vereinbarten Tarifen sind noch nicht bekannt.
Hintergrund und Auswirkungen
Der Fall zeigt die strenge Regulierung des Schweizer Versicherungsmarktes. Die Finma überwacht die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und kann bei Verstößen Sanktionen verhängen. Für Zurich Insurance könnte das Verfahren zusätzliche Kosten verursachen, auch wenn der CEO kurzfristig keine Gewinneinbußen sieht. Die Entlassungen deuten auf interne Konsequenzen hin. Marktbeobachter rechnen mit einer genauen Prüfung der Vertriebspraktiken. Das Verkaufsverbot betrifft vor allem betriebliche Altersvorsorgeprodukte, die in der Schweiz eine wichtige Rolle spielen.
Reaktionen und weiteres Vorgehen
Analysten bewerten die Nachricht als potenziell reputationsschädigend, aber finanziell überschaubar. Die Aktie von Zurich Insurance zeigte sich am Montag kaum bewegt. Unternehmen und Aufsicht arbeiten nun gemeinsam an der Aufklärung. Ob weitere Sanktionen wie Geldbußen drohen, ist offen. Die Finma hat in der Vergangenheit bereits gegen andere Institute wegen ähnlicher Vergehen vorgegangen. Der Fall verdeutlicht die hohe Bedeutung korrekter Preisgestaltung im Versicherungswesen.
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