Der finanziell angeschlagene Warenhauskonzern Galeria hat sich nach langen Verhandlungen einen Rahmenkredit über 160 Millionen Euro gesichert. Wie das Handelsblatt von mehreren mit dem Prozess vertrauten Personen erfahren hat, sind die Verträge unterzeichnet. Kreditgeber ist der US-Konzern Gordon Brothers.
Hohe Zinsen für dringend benötigte Liquidität
Galeria möchte mit dem geliehenen Geld seine Liquiditätssituation entspannen, muss dafür aber wahrscheinlich hohe Zinsen zahlen. Wie hoch die Zinsbelastung ist, teilt Galeria nicht mit. Der Zinssatz dürfte Unternehmenskreisen zufolge jedoch zweistellig sein.
Um diesen Kredit zu bekommen, hat sich Galeria zu einem strengen Sanierungsplan verpflichtet, dem zahlreiche Standorte und Stellen zum Opfer fallen könnten. Außerdem ist noch nicht klar, wie viel von dem frischen Geld tatsächlich für Investitionen in die Häuser und ins Sortiment zur Verfügung stehen wird.
Refinanzierung eines bestehenden Darlehens
So soll mit dem neuen Kredit zunächst ein bestehendes Darlehen refinanziert werden. Abzulösen ist ein Kredit des Finanzinvestors Bain Capital in Höhe von 70 Millionen Euro, der mit 15 Prozent verzinst ist. Dafür soll Bain Unternehmenskreisen zufolge eine Ablöse in Höhe von rund 80 Millionen Euro bekommen. Galeria äußerte sich dazu nicht.
Zudem hat Galeria hohe laufende Ausgaben. So muss das Unternehmen jeden Monat rund 25 Millionen Euro an Mieten zahlen. Weil die Liquidität schon seit Längerem knapp ist, hat Galeria mit einigen Vermietern die Stundung von Mieten vereinbart. Auch soll der Händler bei einigen Vermietern, mit denen der Konzern über eine Veränderung der Mietkonditionen verhandelt, fällige Mieten nicht gezahlt haben. Immerhin hat Galeria jetzt die Mietrückstände für das Haus am Berliner Alexanderplatz beglichen, wie der Vermieter Commerz Real mitteilte.
Rabattaktionen sollen Umsatzverluste bremsen
Galeria kämpft seit Monaten gegen sinkende Umsätze. Mit Rabattaktionen versucht der Warenhausbetreiber, diese Umsatzverluste aufzufangen und Geld in die Kassen zu bekommen. So hatte der Händler zuletzt 25 Prozent Nachlass auf das gesamte Sortiment gewährt. Auch aktuell gibt es bis zu 50 Prozent Rabatt auf ausgewählte Produkte.
Galeria hat bereits dreimal ein Insolvenzverfahren durchlaufen und ist dadurch deutlich geschrumpft. Als das Unternehmen 2020 durch den Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt entstanden ist, hatte es noch 170 Filialen. Heute sind es 83.



