Der US-Jeanshersteller Levi Strauss hat nach einem überraschend starken Quartal seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Das Unternehmen rechnet für das Geschäftsjahr 2026 nun mit einem Umsatzwachstum von 7,0 bis 7,5 Prozent, wie es am Mittwoch mitteilte. Zuvor war ein Plus von 5,5 bis 6,5 Prozent erwartet worden. Auch die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde auf 1,46 bis 1,52 Dollar nach oben korrigiert. Im abgelaufenen zweiten Quartal stiegen die Erlöse um acht Prozent auf 1,56 Milliarden Dollar und übertrafen damit die Analystenschätzungen von 1,52 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn lag mit 28 Cent je Aktie ebenfalls über den Erwartungen von 24 Cent. Trotz der angehobenen Ziele gaben die Aktien des Unternehmens aus San Francisco im nachbörslichen Handel um rund fünf Prozent nach. Bis dahin hatten die Papiere im Jahresverlauf um 17,5 Prozent zugelegt.
Foxconn profitiert von KI-Boom mit Umsatzsprung
Der weltgrößte Elektronik-Auftragsfertiger Foxconn hat seinen Umsatz dank der rasant wachsenden Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI) sprunghaft gesteigert. Im zweiten Quartal wuchsen die Erlöse im Jahresvergleich um fast 40 Prozent auf rund 2,5 Billionen Taiwan-Dollar (knapp 69 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte. Damit übertraf der wichtigste Server-Bauer von Nvidia und größte iPhone-Monteur von Apple die Schätzungen von Analysten. Die starke KI-Nachfrage habe zu einem robusten Umsatzwachstum in der Sparte für Cloud- und Netzwerkprodukte geführt, führte Foxconn aus. Zudem habe das Unternehmen in der Sparte der intelligenten Unterhaltungselektronik, zu der iPhones gehören, ein signifikantes Wachstum verzeichnet. Für das dritte Quartal rechnet der Konzern, der offiziell Hon Hai Precision Industry heißt, mit weiteren Wachstum sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch zum Vorjahr. Konkrete Zahlenprognosen gibt Foxconn traditionell nicht ab. Zugleich warnte Foxconn vor den Auswirkungen der „volatilen“ weltweiten politischen und wirtschaftlichen Lage.
Zuckergeschäft belastet Primark-Mutter AB Foods
Trotz wachsender Umsätze bei der Modekette Primark rechnet der Mutterkonzern AB Foods für das laufende Geschäftsjahr weiterhin mit einem Rückgang des bereinigten Betriebsgewinns. Grund dafür sei vor allem das schwächelnde Zuckergeschäft, dessen Umsatz im dritten Quartal um vier Prozent gesunken sei, teilte AB Foods am Mittwoch mit. Der Nahost-Konflikt habe die Gaspreise in die Höhe getrieben, was die Gewinnaussichten in Europa eintrübe. Derweil legte der Umsatz der Modekette Primark im dritten Geschäftsquartal währungsbereinigt um drei Prozent zu. Im Lebensmittelgeschäft, zu dem Marken wie Ovomaltine und Twinings gehören, stiegen die Erlöse um ein Prozent. Der Konzern bekräftigte seine Pläne, die Fast-Fashion-Tochter Primark bis Ende 2027 abzuspalten und an die Börse zu bringen. Analysten erwarten für das bis September laufende Bilanzjahr im Schnitt ein bereinigtes Betriebsergebnis von 1,55 Milliarden Pfund (1,85 Milliarden Euro) – ein Rückgang gegenüber den 1,73 Milliarden Pfund im Vorjahr.
Nike übertrifft Umsatzerwartungen
Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike hat im abgelaufenen Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Die Erlöse im vierten Geschäftsquartal beliefen sich auf 10,97 Milliarden Dollar, wie der Adidas-Konkurrent am Dienstag mitteilte. Analysten hatten laut LSEG-Daten im Schnitt mit 10,86 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn pro Aktie lag bei 72 Cent. Darin enthalten war ein positiver Effekt von 52 Cent durch die erwartete Erstattung von Importzöllen. Die Nike-Aktie, die im bisherigen Jahresverlauf 35 Prozent an Wert verloren hat, legte im nachbörslichen Handel um rund zwei Prozent zu. Konzernchef Elliott Hill versucht derzeit, das Unternehmen wieder auf Kernsportarten wie Fußball und Laufen auszurichten. Zudem will er die Beziehungen zum Großhandel wiederbeleben, die unter seinem Vorgänger zugunsten des Direktvertriebs gekappt worden waren. Der Umbau fällt jedoch in ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld, das von Zöllen und dem Krieg im Iran geprägt ist.
Weitere Unternehmensmeldungen
Der Technologie-Investor Prosus, Großaktionär von Delivery Hero, verzeichnete einen Umsatz- und Gewinnsprung. Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2025/2026 um 57 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar, der bereinigte operative Gewinn legte um 84 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar zu. Die Dividende soll um 40 Prozent auf 0,28 Euro je Aktie angehoben werden. Der Online-Broker FlatexDegiro wird seine Umsatz- und Ertragsziele für 2027 schon in diesem Jahr erreichen. Für 2026 ist mit einem Umsatzsprung um 16 Prozent auf 650 Millionen Euro und einem Konzernergebnis von rund 200 Millionen Euro zu rechnen. Der Spezialchemiekonzern Evonik hob seine Prognose an, nachdem der bereinigte operative Gewinn im zweiten Quartal voraussichtlich zwischen 600 und 650 Millionen Euro liegen wird. Der schwedische Modekonzern H&M verfehlte die Gewinnerwartungen, das operative Ergebnis stagnierte bei 5,91 Milliarden Kronen. Der Chemikalienhändler Brenntag hob seine Gewinnprognose für 2026 an, das operative Ergebnis im zweiten Quartal soll bei 450 Millionen Euro liegen. Der Baumarktkonzern Hornbach verzeichnete trotz Umsatzwachstum einen Gewinnrückgang. Die US-Kaufhauskette Macy's erzielte das erste Umsatzwachstum nach 15 Quartalen und hob die Jahresprognose an. Hewlett Packard Enterprise (HPE) erzielte dank KI-Boom ein Rekordquartal mit einem Umsatzplus von 40 Prozent. Der Ticketvermarkter CTS Eventim profitierte von den Olympischen Winterspielen und verzeichnete ein Umsatzplus von 23 Prozent. Salesforce verzeichnete ein Rekordergebnis, der Ausblick enttäuschte jedoch. Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie erzielte Rekorde bei Umsatz und Beschäftigung. Der angeschlagene Agrar- und Handelskonzern BayWa verzeichnete einen Umsatzrückgang. Xiaomi erlitt einen Gewinneinbruch aufgrund hoher Chip-Kosten. Der Luxusgüterkonzern Richemont wuchs dank Schmuckgeschäft. Deere übertraf die Gewinnerwartungen dank Baumaschinen-Boom. Walmart behielt trotz starkem Jahresauftakt seine Jahresziele bei. Südzucker rutschte tiefer in die roten Zahlen. Axel Springer startete mit deutlichem Gewinnplus ins Jahr. Generali verdiente operativ mehr. Nvidia erzielte erneut über den Markterwartungen liegende Quartalsergebnisse. Swiss Life wuchs und übernimmt die deutsche Telis-Gruppe.



