Bei der Grob-Werke GmbH in Mindelheim sollen die Mitarbeiter auf einen Teil ihres Gehalts verzichten, um Arbeitsplätze zu sichern. Der Maschinenbauer plant ein umfassendes Sanierungskonzept, das Einsparungen von rund 100 Millionen Euro vorsieht. Laut Unternehmensangaben sollen die Beschäftigten dabei einen erheblichen Beitrag leisten.
Sanierungsplan mit Milliardenaufträgen
Die Grob-Werke, ein weltweit tätiger Hersteller von Werkzeugmaschinen, kämpft mit den Folgen der Automobilkrise. Der Auftragseingang ist deutlich zurückgegangen, insbesondere im Bereich der Elektromobilität. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, hat das Unternehmen ein Sanierungskonzept vorgelegt, das neben Einsparungen auch Investitionen in Zukunftstechnologien vorsieht.
Nach Informationen der „Augsburger Allgemeinen“ sollen die Mitarbeiter auf einen zweistelligen Millionenbetrag verzichten. Konkret geht es um eine Reduzierung von Sonderzahlungen und Zuschlägen. Im Gegenzug sollen betriebsbedingte Kündigungen bis 2028 ausgeschlossen werden. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte, dass die Gespräche mit dem Betriebsrat konstruktiv verlaufen.
Hintergrund: Krise der Automobilzulieferer
Die Grob-Werke sind stark von der Automobilindustrie abhängig. Der Umbruch hin zur Elektromobilität führt zu einem Rückgang der Nachfrage nach konventionellen Antriebskomponenten. Gleichzeitig investieren die Hersteller weniger in neue Maschinen. Diese Entwicklung hat zu einem erheblichen Auftragsrückgang geführt, der das Unternehmen zu einem umfassenden Sparkurs zwingt.
Der Betriebsrat hat angekündigt, den Verzicht der Mitarbeiter an Bedingungen zu knüpfen. So soll die Unternehmensleitung verbindlich zusichern, dass die Einsparungen nicht in andere Bereiche fließen, sondern direkt in die Sicherung der Arbeitsplätze. Auch die Investitionen in den Standort Mindelheim sollen festgeschrieben werden.
Reaktionen aus der Politik und der Region
Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zeigte sich besorgt über die Entwicklung. Er betonte, dass die Staatsregierung die Grob-Werke unterstützen werde, um die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten. Auch der Landrat des Unterallgäus, Alex Eder, äußerte sich optimistisch, dass eine Einigung erzielt werden könne.
Die IG Metall hat angekündigt, die Verhandlungen zu begleiten. Die Gewerkschaft fordert, dass der Verzicht der Beschäftigten nicht zu einer dauerhaften Belastung führt. Vielmehr solle das Unternehmen in den kommenden Jahren wieder in die Lage versetzt werden, angemessene Löhne zu zahlen.
Ausblick: Entscheidung bis Ende des Jahres
Die Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Sollte keine Einigung erzielt werden, drohen dem Unternehmen schwerwiegende Konsequenzen. Neben betriebsbedingten Kündigungen könnte auch die Verlagerung von Produktion ins Ausland eine Option sein. Das Unternehmen beschäftigt in Mindelheim rund 2.000 Mitarbeiter, weltweit sind es etwa 5.000.
Ein Sprecher der Grob-Werke erklärte, dass man zuversichtlich sei, eine tragfähige Lösung zu finden. Die Gespräche seien von gegenseitigem Verständnis geprägt. Man sei sich der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und der Region bewusst.



