Waldbrandgefahr in Brandenburg steigt auf Stufe 3
Waldbrandgefahr in Brandenburg steigt auf Stufe 3

Die Waldbrandgefahr in Brandenburg hat sich erneut verschärft: In nahezu allen Landkreisen gilt jetzt die Gefahrenstufe 3 von 5, die eine mittlere Gefahr anzeigt. Das teilte das Umweltministerium mit. Lediglich in der Prignitz bleibt die Lage entspannt – dort besteht weiterhin nur geringe Gefahr (Stufe 2).

Leichte Entspannung war nur von kurzer Dauer

Erst Ende vergangener Woche hatten Niederschläge für etwas Erleichterung gesorgt. Noch am Montag galt für die meisten Landkreise lediglich die Gefahrenstufe 2. Doch nun hat sich die Lage wieder zugespitzt. Die Brandenburger Wälder, geprägt von ausgedehnten Kiefernbeständen, sandigen Böden und vergleichsweise geringen Niederschlagsmengen, gelten bundesweit als besonders anfällig für Waldbrände – ein regelrechter Hotspot.

Die aktuelle Einstufung bedeutet, dass die Behörden erhöhte Wachsamkeit empfehlen. Für die Bevölkerung heißt das: keinesfalls offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe entzünden, keine Zigaretten wegwerfen und das Grillen nur auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt. Auch das Befahren von Waldwegen mit Kraftfahrzeugen ist bei erhöhter Gefahr oft untersagt.

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Warum Brandenburg besonders betroffen ist

Die geografischen und klimatischen Bedingungen machen das Bundesland anfällig: Kiefernwälder, die große Teile der Fläche bedecken, brennen aufgrund ihrer harzreichen Nadeln besonders schnell. Dazu kommen leichte Sandböden, die Wasser kaum speichern können, und eine überdurchschnittlich geringe Niederschlagsmenge im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands. Diese Kombination führt dazu, dass Waldbrände hier nicht nur häufiger auftreten, sondern sich auch rasant ausbreiten können.

Erst in den vergangenen Jahren hatte es in Brandenburg wiederholt größere Waldbrände gegeben, die zeitweise sogar die Evakuierung von Dörfern notwendig machten. Die Feuerwehren sind daher speziell geschult und mit zusätzlicher Technik ausgestattet, etwa mit speziellen Löschfahrzeugen für unwegsames Gelände und Drohnen zur Früherkennung von Glutnestern.

Wetteraussichten und nächste Schritte

Ob sich die Lage weiter zuspitzt, hängt maßgeblich von der Witterung ab. Für die kommenden Tage sind in Brandenburg erneut steigende Temperaturen und ausbleibende Regenfälle vorhergesagt. Sollte die Trockenheit anhalten, könnte die Gefahrenstufe in einigen Landkreisen auf 4 oder sogar 5 – die höchste Stufe – angehoben werden. Dann wären auch vollständige Waldsperrungen möglich.

Das Umweltministerium appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, die Hinweise der Behörden ernst zu nehmen und verdächtige Rauchentwicklungen sofort über die Notrufnummer 112 zu melden. Auch wenn die Lage derzeit noch nicht als kritisch eingestuft wird, sei Vorsicht geboten, so ein Sprecher des Ministeriums.

Die Waldbrandgefahrenstufen werden in Brandenburg täglich neu ermittelt und auf der Internetseite des Landes veröffentlicht. Sie richten sich nach einer gemeinsamen Empfehlung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und der Forstbehörden. Grundlage sind Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Niederschlag und der Feuchtegehalt des Bodens.

In der Prignitz, dem einzigen Landkreis mit Stufe 2, bleibt die Lage zunächst ruhig. Doch auch dort kann sich die Situation bei anhaltender Trockenheit schnell ändern. Die Behörden raten, die aktuellen Warnungen regelmäßig zu verfolgen.

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