Weniger Stechmücken: Trockenheit lässt Blutsauger verschwinden
Weniger Stechmücken: Trockenheit als Ursache

In diesem Sommer bleiben viele Deutsche vom lästigen Summen der Stechmücken verschont. Statt juckender Stiche heißt es vielerorts: Mücken-Alarm? Fehlanzeige! Nach Einschätzung von Insektenforschern gibt es in diesem Jahr deutlich weniger Stechmücken als üblich. Der Grund: Die anhaltende Trockenheit lässt den Blutsaugern kaum eine Chance zur Vermehrung.

Forscher bestätigen Trend

„Es ist unser Eindruck, und wir bekommen das von Forschern und Bürgern aus vielen Regionen bestätigt“, sagt Biologe Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut. Zwar gibt es keine bundesweite Statistik – doch die Hinweise sind eindeutig. Die Trockenheit hat dazu geführt, dass Pfützen fehlen, in denen sich normalerweise die Mückenlarven entwickeln.

„Je wärmer es ist, desto schneller wachsen sie. Aber ohne Wasser nützt auch die Hitze nichts“, erklärt Kampen. Die Folgen der Dürre sind inzwischen überall sichtbar. Selbst große Seen wie der Bodensee kämpfen mit außergewöhnlich niedrigen Wasserständen.

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Ökologische Kehrseite

So angenehm die mückenarme Zeit für Urlauber auch ist – aus ökologischer Sicht hat die Trockenheit eine Kehrseite. Mücken sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette. Vögel, Fledermäuse und Amphibien sind auf sie oder ihre Larven als Nahrungsquelle angewiesen. Ein Rückgang der Mückenpopulation könnte daher Auswirkungen auf andere Tierarten haben.

Wer doch eine Mücke entdeckt, kann sogar der Wissenschaft helfen. Für die Mückenkarte Deutschlands sammeln Forscher seit Jahren eingesandte Exemplare. Das Motto: Einfangen, einfrieren, einschicken.

Mückenkarte und Tigermücke

Mehr als 550.000 Stechmücken wurden seit 2012 bereits untersucht. Am häufigsten landet die Gemeine Hausmücke auf dem Labortisch. Sorgen bereitet den Forschern aber vor allem die Asiatische Tigermücke, die sich inzwischen in immer mehr Regionen Deutschlands ausbreitet – zuletzt verstärkt auch in Nordrhein-Westfalen.

Die Mückenkarte ist ein wichtiges Instrument, um die Verbreitung verschiedener Mückenarten zu überwachen und mögliche Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen. Die Forscher hoffen, dass auch in diesem Jahr wieder viele Bürgerinnen und Bürger Mücken einsenden, um die Datenbasis zu erweitern.

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