Hochtief, der größte deutsche Baukonzern, hat seine Gewinnprognose für 2026 nach oben korrigiert. Grund ist die starke Nachfrage nach Rechenzentren, insbesondere durch die US-Tochter Turner. Der operative Konzerngewinn soll nun zwischen 1,025 und 1,1 Milliarden Euro liegen, was einem Anstieg von 30 bis 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bisher war eine Spanne von 950 Millionen bis 1,025 Milliarden Euro avisiert worden. Hochtief errichtet unter anderem Rechenzentren für Meta in den USA und ist auch in Europa aktiv. Die vollständigen Halbjahreszahlen werden am Montagmittag erwartet.
Vodafone legt starke Zahlen vor
Vodafone hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 ein deutliches Wachstum erzielt. Die Serviceumsätze stiegen um knapp zehn Prozent auf 8,63 Milliarden Euro, wobei die Deutschland-Tochter nach einem schwachen Vorquartal wieder um zwei Prozent auf 2,74 Milliarden Euro zulegte. Der operative Konzerngewinn erhöhte sich um 6,7 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Konzernchefin Margherita Della Valle zeigte sich zuversichtlich: „Wir sind gut in das Geschäftsjahr gestartet.“ Für das Gesamtjahr stellt Vodafone ein Betriebsergebnis von 13 bis 13,3 Milliarden Euro und einen Free Cashflow von 2,6 bis 2,9 Milliarden Euro in Aussicht. Die Aktie legte im Frühhandel um rund drei Prozent zu.
Audi kappt seine Prognose
Der Autobauer Audi musste seine Prognose für das laufende Jahr senken. Wie aus den Geschäftszahlen des Mutterkonzerns Volkswagen hervorgeht, erwartet die Markengruppe „Sport Luxury“ (Porsche, Audi, Bentley, Lamborghini) nun ein operatives Ergebnis von 1,35 Milliarden Euro im ersten Halbjahr, nach 1,01 Milliarden im Vorjahr. Allerdings war das Ergebnis im Vorjahreszeitraum um zwei Drittel eingebrochen. Details zur genauen Prognose für das Gesamtjahr wurden nicht genannt, der Absatz von Audi ist weiter rückläufig.
Weitere Quartalszahlen im Überblick
Die Münchener Rück übertraf mit einem Nettogewinn von 2,2 Milliarden Euro die Analystenerwartungen deutlich. Auch die Deutsche Telekom-Tochter T-Mobile US hob ihre Prognose an, gestützt auf die wachsende Beliebtheit von Premium-Tarifen. Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich senkte dagegen seine Gewinnprognose aufgrund von Streikfolgen und höheren Materialkosten. Der Logistikkonzern Kühne+Nagel erhöhte sein Gewinnziel auf 1,35 bis 1,55 Milliarden Franken, getrieben von guter Luftfracht und KI-Effizienz. Der Pharma- und Diagnostikkonzern Roche verzeichnete währungsbedingt einen Umsatzrückgang, bestätigte aber den Ausblick.
Unicredit übertraf die Erwartungen mit einem Nettogewinn von 2,91 Milliarden Euro und hob die Prognose an. Der Ölkonzern TotalEnergies profitierte von der Ölpreisrally und erzielte den höchsten Gewinn seit fast drei Jahren. Die Google-Mutter Alphabet wuchs stärker als erwartet, der Cloud-Umsatz sprang um 82 Prozent. Easyjet verzeichnete einen Gewinneinbruch wegen hoher Kerosinkosten. Intel und STMicroelectronics profitierten vom KI-Boom. Nestlé beschleunigte das Wachstum und brachte das Wassergeschäft in ein Joint Venture ein. Der Lkw-Bauer Traton wurde optimistischer dank einer anziehenden US-Nachfrage. BNP Paribas, Nokia und Dow Chemical übertrafen die Erwartungen, während Hyundai und Volkswagen Gewinneinbußen hinnehmen mussten.



