Epstein-Akten zwingen Hyatt-Erben zum Rückzug: Thomas Pritzker verlässt Aufsichtsrat
Die Veröffentlichung der Akten um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat erneut prominente Konsequenzen. Thomas Pritzker, der Milliardärserbe und langjährige Aufsichtsratsvorsitzende der internationalen Hotelkette Hyatt, hat seinen Rücktritt aus dem Gremium erklärt. Der 75-Jährige reagiert damit auf die Enthüllungen seiner Kontakte zu Epstein und dessen verurteilter Vertrauter Ghislaine Maxwell.
Schutz für das Unternehmen als Motiv
In einer offiziellen Mitteilung begründete Pritzker seinen Schritt mit dem Schutz des Hotelkonzerns. „Ich bedauere meine Verbindungen zu Jeffrey Epstein zutiefst“, erklärte der Unternehmer. Sein Rücktritt soll verhindern, dass die Kontroversen um Epstein auf die Marke Hyatt abfärben. Die jüngst veröffentlichten Ermittlungsunterlagen belegen, dass Pritzker über Jahre hinweg regelmäßigen Austausch mit beiden Personen pflegte und sich mehrfach mit ihnen traf.
Langjährige Führungsrolle bei Hyatt
Thomas Pritzkers Familie kontrolliert den Hotelkonzern seit dessen Gründung in den 1950er Jahren maßgeblich. Sein Vater Jay Pritzker baute Hyatt ausgehend von einem Hotel in Los Angeles zu einer globalen Kette auf. Thomas Pritzker selbst war zeitweise Vorstandsvorsitzender und führte mehr als zwei Jahrzehnte den Verwaltungsrat. Sein Abschied markiert somit das Ende einer Ära bei dem traditionsreichen Unternehmen.
Weitere Rücktritte im Epstein-Umfeld
Pritzkers Entscheidung reiht sich ein in eine Serie von Karrierebrüchen, die durch die Epstein-Akten ausgelöst wurden. Erst in der vergangenen Woche trat Kathryn Ruemmler, die Chefjuristin der Investmentbank Goldman Sachs, wegen ihrer Verbindungen zu Epstein zurück. Die fortlaufende Veröffentlichung der Dokumente bringt weiterhin prominente Namen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Bedrängnis.
Die Hyatt Hotelkette muss nun nicht nur die Führungsfrage klären, sondern auch mit den Reputationsschäden umgehen, die durch die Verbindungen ihres langjährigen Aufsichtsratschefs entstanden sind. Die Epstein-Affäre zeigt erneut, wie vergangene Kontakte zu dem verurteilten Sexualstraftäter heute noch Karrieren beenden und Unternehmen in Erklärungsnot bringen können.



