Katjes startet arabische Werbekampagne für Halal-Fruchtgummis
Der traditionsreiche Fruchtgummi-Hersteller Katjes aus Emmerich in Nordrhein-Westfalen geht neue Wege in der Werbung. Während des aktuellen Fastenmonats Ramadan setzt das Familienunternehmen explizit auf die muslimische Zielgruppe mit einer ungewöhnlichen Marketing-Offensive.
Arabische Plakate in deutschen Großstädten
In Städten wie Berlin, Frankfurt, Hannover und im Ruhrgebiet sind seit Kurzem auffällige rosafarbene Großplakate zu sehen, die in arabischer Schrift und Sprache ein „frohes Fastenbrechen“ wünschen. Die Plakate richten sich gezielt an arabischsprachige Passanten und werden lediglich durch eine sehr kleine deutsche Unterzeile sowie ein offizielles Halal-Siegel ergänzt. Hintergrund ist die kürzlich erfolgte Halal-Zertifizierung der Katjes-Produkte, die es gläubigen Muslimen erlaubt, die Fruchtgummis ohne Bedenken zu verzehren.
Social-Media-Kampagne mit Prominenten
Parallel zur Plakataktion startete Katjes eine umfangreiche Social-Media-Kampagne. Im Mittelpunkt steht dabei der Schauspieler Kida Khodr Ramadan, bekannt aus der Serie „4 Blocks“, der in einem Werbevideo für die Halal-Fruchtgummis schwärmt. Auf der Unternehmenshomepage wirbt zudem eine junge Frau mit Kopftuch für die neu zertifizierten Produkte. Im Online-Shop des Herstellers gibt es mittlerweile eine eigene Rubrik, in der eine spezielle „Halal-Box“ für 14,99 Euro bestellt werden kann, die laut Werbetext „perfekt zum Fastenbrechen“ sei.
Strategischer Schritt nach veganer Offensive
Für Katjes-Managerin Carlotta Ruvo ist die Halal-Initiative ein logischer nächster Schritt nach der erfolgreichen Einführung veganer Produkte. „Für uns ist Halal kein Trend, sondern ein klares Signal für Inklusion“, erklärte sie dem Fachmagazin „Horizont“. Das Unternehmen, das in Deutschland nach Haribo und Storck auf Platz drei der Fruchtgummi-Hersteller rangiert, ließ seine Produkte bereits im Januar offiziell zertifizieren. Die entsprechende Urkunde kann sogar auf der Homepage heruntergeladen werden.
Gemischte Reaktionen der Kunden
Die Werbekampagne stößt bei Verbrauchern auf geteiltes Echo. Während sich eine Mutter auf Facebook freut, dass bei Besuchen nun alle Kinder ohne Nachfragen nach Schweinegelatine naschen könnten, kritisieren andere Nutzer die Aktion. Einige schreiben, sie würden „aus Prinzip“ kein Katjes mehr kaufen oder wünschen sich das frühere Werbegesicht Heidi Klum zurück. Das Unternehmen ließ eine Anfrage der Bild-Zeitung zu dem Thema bislang unbeantwortet.
Die Marketing-Strategie markiert einen bedeutenden Wandel für das deutsche Traditionsunternehmen, das früher mit Top-Model Heidi Klum warb und nun gezielt neue Kundengruppen anspricht. Die Halal-Zertifizierung und die arabischsprachige Werbung während des Ramadan unterstreichen den wachsenden Fokus auf Diversität und Inklusion im deutschen Einzelhandel.



