Ölkonzerne trotz Iran-Krieg mit Rekordgewinnen
Ölkonzerne trotz Iran-Krieg mit Rekordgewinnen

Während Autofahrer an den Zapfsäulen für Superbenzin kriegsbedingt mehr als 2,20 Euro pro Liter zahlen müssen, jubeln die Ölkonzerne über gigantische Gewinne. Der britische Mineralölkonzern BP verdoppelte seinen Gewinn im zweiten Quartal, der saudi-arabische Ölriese Aramco steigerte ihn um 44 Prozent. Auch Shell, Exxon Mobil und Chevron meldeten in den vergangenen Tagen hohe Profite.

BP: Gewinn mehr als verdoppelt

BP meldete am Dienstag einen bereinigten Gewinn von 5,73 Milliarden Dollar für das zweite Quartal und übertraf damit die Analystenerwartungen von 5,11 Milliarden Dollar. Die Aktionäre sollen mit einer um vier Prozent erhöhten Dividende von 8,66 Cent je Aktie am Erfolg beteiligt werden. Als Gründe nannte der Konzern höhere Verkaufspreise für Öl und Gas sowie „verbesserte Raffineriemargen und eine bessere Leistung im Kundengeschäft“.

Aramco: Gewinn trotz Hormus-Blockade

Aramco, eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, steigerte seinen Gewinn im zweiten Quartal um 44 Prozent auf 32,7 Milliarden Dollar – und das trotz der gigantischen Probleme durch den Krieg zwischen den USA und dem Iran. Aramco-Chef Amin Nasser erklärte: „Trotz der beispiellosen Versorgungsstörungen über die Straße von Hormus haben wir erneut unter Beweis gestellt, dass wir in der Lage sind, die Kontinuität unserer Geschäftstätigkeit zu gewährleisten.“ Der Konzern kann die Blockade der Straße von Hormus mithilfe einer Ost-West-Pipeline quer durch das Land umgehen, die seine Anlagen am Persischen Golf mit den Exportterminals am Roten Meer verbindet.

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Shell, Exxon und Chevron mit Milliardenüberschüssen

Shell verdreifachte seinen Gewinn im zweiten Quartal auf 10,8 Milliarden Dollar (rund 9,4 Milliarden Euro). Exxon Mobil verdoppelte seinen Gewinn auf 14,5 Milliarden Dollar, Chevron verfünffachte ihn auf 12,1 Milliarden Dollar. Diese Zahlen zeigen, dass die Ölkonzerne von den gestiegenen Ölpreisen massiv profitieren, während die Verbraucher unter den hohen Spritpreisen leiden.

Trump kritisiert Ölkonzerne

US-Präsident Donald Trump (80) ist mit dieser Entwicklung unzufrieden. Er sagte am Montag, die Ölkonzerne machten „zu viel Geld“. Das gefalle ihm nicht. In den USA sind die Spritpreise seit Beginn des Iran-Kriegs um mehr als 37 Prozent gestiegen – für Trump ein Problem vor den Kongresswahlen im November. Die Debatte über die Gewinne der Ölkonzerne dürfte damit weiter anhalten.

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