Am Donnerstag ereignete sich am Frankfurter Flughafen ein spektakulärer Zwischenfall: Eine Boeing 787-9 der Lufthansa sackte plötzlich am Gate Z15 zusammen. Das Bugfahrwerk der Maschine war ohne erkennbare Vorwarnung eingeknickt, sodass der Flieger bäuchlings auf dem Asphalt aufschlug. Die Bilder des Vorfalls gingen um die Welt und sorgten für große Aufmerksamkeit.
Verletzte Crewmitglieder und Bodenpersonal
Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls befanden sich keine Passagiere an Bord, allerdings waren Crewmitglieder und Bodenpersonal im und am Flugzeug. Wie die Lufthansa am Abend bestätigte, wurden mehrere Personen verletzt und in umliegende Krankenhäuser gebracht. Darunter befanden sich zwei der insgesamt 13 Crewmitglieder der Lufthansa sowie mehrere Mitarbeiter von Dienstleistungsunternehmen, die als Bodenpersonal tätig waren. Die genaue Anzahl der Verletzten und der Schweregrad ihrer Verletzungen wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Ermittlungen zur Ursache laufen
Die genaue Ursache für das Einknicken des Bugfahrwerks ist noch unklar. Die Lufthansa hält sich bedeckt und verwies auf laufende Untersuchungen. Ein Sprecher betonte, dass das Flugzeug noch nicht von den Behörden freigegeben sei. In Deutschland ist die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) für die Aufklärung solcher Vorfälle zuständig. Erst wenn die BFU grünes Licht gibt, darf die beschädigte Maschine zurück in den Hangar geschleppt werden. Experten gehen davon aus, dass es Monate dauern könnte, bis die Boeing 787-9 wieder flugtauglich ist.
Ähnlicher Vorfall in London 2021
Ein vergleichbarer Zwischenfall ereignete sich am 18. Juni 2021 am Flughafen London Heathrow. Damals knickte das Bugfahrwerk einer Boeing 787 von British Airways während der Vorbereitung für einen Frachtflug nach Frankfurt ein. Die Maschine krachte ebenfalls auf die Nase, verletzt wurde jedoch niemand. Die Reparatur dauerte fünf Monate. Die Ursache war ein Fehler des Bodenwartungsteams: Ein Techniker sollte einen Sicherungsbolzen am Bugfahrwerk anbringen, steckte ihn aber versehentlich in eine falsche Bohrung, die nur wenige Zentimeter von der richtigen entfernt lag.
Boeing warnte vor Verwechslungsgefahr
Der Hersteller Boeing hatte bereits vor dem eigenen Design gewarnt und empfohlen, die falsche Bohrung mit einem Stopfen zu verschließen, um Verwechslungen zu vermeiden. British Airways hatte diese Maßnahme jedoch noch nicht umgesetzt. Ob die Lufthansa nun ebenfalls Opfer eines solchen Irrtums wurde, ist noch nicht geklärt. Der betroffene Dreamliner ist einer von 17 in der Lufthansa-Flotte und wurde erst im Januar 2026 ausgeliefert. Die falsche Öffnung an seinem Bugfahrwerk sollte demnach bereits mit einem Stopfen gesichert sein. Boeing erklärte, dass man seine Kunden bei der Aufklärung unterstütze.
Die Lufthansa und die Ermittlungsbehörden arbeiten nun mit Hochdruck daran, die genauen Umstände des Vorfalls zu klären. Bis dahin bleibt die Maschine am Gate Z15 ein markantes Bild des Frankfurter Flughafens.



