Konjunktureinbruch in München: IHK-Bericht zeichnet düsteres Bild
Die wirtschaftliche Lage in der Region München bleibt angespannt und die Erwartungen der Unternehmen sind kaum besser. Das geht aus dem jüngsten Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer (IHK) hervor, der exklusiv vorliegt. Räumungsverkäufe wegen Geschäftsaufgaben sind auch in der Münchner Innenstadt keine Seltenheit mehr.
Handel und Einzelhandel im Abwärtstrend
Besonders der Handel zeigt sich unzufrieden mit der aktuellen Situation. Der IHK-Konjunkturindex stieg im Vergleich zum Herbst lediglich um einen Punkt auf 111 und bleibt damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 118. Zwar werden die aktuellen Geschäfte mit einer Bewertung von zwölf Punkten leicht besser als im Herbst eingeschätzt, doch das langjährige Mittel von 27 Punkten liegt in weiter Ferne.
Fast zwei Drittel der Betriebe beklagen eine fehlende Nachfrage und sehen darin ein erhebliches Geschäftsrisiko. 45 Prozent der Unternehmen kämpfen mit hohen Energiepreisen, während 40 Prozent unter gestiegenen Rohstoffkosten leiden.
Steigende Arbeitskosten belasten die Unternehmen
Den größten Sprung bei den genannten Risikofaktoren machen die Arbeitskosten, die nun von 52 Prozent der Betriebe als Problem genannt werden. Laut IHK spielen dabei hohe Lohnnebenkosten und die jüngste Mindestlohnerhöhung eine entscheidende Rolle. Diese Belastungen wirken sich unmittelbar auf Investitionsentscheidungen und Personalplanungen aus.
Die Inlandsinvestitionen sanken um zwei auf sechs Punkte – das langjährige Mittel liegt bei zehn Punkten. Auch bei der Beschäftigungslage zeichnet sich kein positives Bild ab: 13 Prozent der Betriebe rechnen mit steigenden, aber 18 Prozent mit sinkenden Beschäftigtenzahlen.
Stationärer Einzelhandel leidet besonders
„In München leidet derzeit der stationäre Einzelhandel am meisten“, erklärt Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK München und Oberbayern. „Wenn es um nicht dringend benötigte Käufe, zum Beispiel Kleidung oder Möbel, geht, sieht es eher düster aus. Die Discounter dagegen gewinnen. Und das wird so weitergehen.“
Die wirtschaftliche Entwicklung in der bayerischen Landeshauptstadt zeigt damit deutliche Risse. Während Discounter von der aktuellen Situation profitieren, kämpfen traditionelle Einzelhändler mit multiplen Herausforderungen:
- Nachfrageflaute bei nicht-essentiellen Gütern
- Explodierende Energie- und Rohstoffkosten
- Steigende Arbeitskosten durch Lohnnebenkosten und Mindestlohnerhöhung
- Rückläufige Investitionsbereitschaft
- Unsicherheit bei der Personalplanung
Der IHK-Bericht unterstreicht die Notwendigkeit wirtschaftspolitischer Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Münchner Unternehmen zu stärken und die konjunkturelle Erholung einzuleiten.



