Das Berliner Fintech Moss hat offiziell den Status eines Einhorns erreicht. Mit einer frischen Finanzierungsrunde über 30 Millionen Euro steigt die Bewertung des Start-ups für Firmenkreditkarten und Ausgabenmanagement auf exakt eine Milliarde Euro. Das bestätigte Mitgründer und Geschäftsführer Ante Spittler gegenüber dem „Handelsblatt“. Trotz eines schwierigen Marktumfelds konnte das Unternehmen zuletzt ein Umsatzwachstum von 65 Prozent verzeichnen.
Investoren setzen auf KI und Expansion
Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom kanadischen Investor Portage, dem Fintech-Arm der Investmentgesellschaft Sagard. Auch bestehende Geldgeber beteiligten sich erneut an dem Unternehmen. Das frische Kapital soll vor allem in die Entwicklung neuer KI-Agenten fließen, die Finanzprozesse in mittelständischen Unternehmen weiter automatisieren sollen. Damit will Moss seine Position im Markt für Firmenkreditkarten und Ausgabenmanagement weiter ausbauen.
Vom Start-up zum Einhorn: Der Weg von Moss
Moss wurde 2019 in Berlin gegründet und startete zunächst unter dem Namen Vanta. In der Anfangsphase investierten lokale Risikokapitalgeber wie Cherry Ventures und Global Founders Capital (Rocket Internet). Die erste große Finanzierungsrunde (Series A) im Jahr 2021 wurde von Peter Thiels Fonds Valar Ventures angeführt. Der umstrittene Silicon-Valley-Magnat Thiel war damit der erste große internationale Geldgeber, der das Potenzial von Moss erkannte.
Positives Signal für die deutsche Startup-Szene
Der Aufstieg von Moss zum Einhorn wird von Experten als positives Signal für die gesamte Startup-Szene in Deutschland gewertet. Die Stimmung unter Wagniskapitalgebern hatte sich zuletzt etwas eingetrübt. Dennoch erzielten mit der Mobilitätsfirma Finn und dem Robotik-Unternehmen Neura Robotics zuletzt auch andere deutsche Start-ups erstmals eine Milliardenbewertung. Moss zeigt, dass auch in schwierigen Zeiten Wachstum und Investitionen möglich sind.



