Der Streamingdienst Netflix hat im zweiten Quartal 2026 Umsatz und Gewinn gesteigert, blieb mit seinem Ausblick jedoch hinter den Markterwartungen zurück. Getragen wurde das Wachstum vor allem von der Krimiserie „I Will Find You“ und dem Animationsfilm „Swapped“. Die Aktie gab am Donnerstag im nachbörslichen Handel an der Wall Street um rund vier Prozent nach.
Umsatz und Gewinn steigen wie erwartet
Netflix steigerte seine Erlöse im zweiten Quartal um rund 13 Prozent auf 12,56 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie lag bei 0,80 Dollar – ebenfalls ein Plus von etwa 13 Prozent. „Unsere finanzielle Entwicklung ist weiterhin solide, und wir sind auf dem besten Weg, unsere Jahresziele zu erreichen“, schrieb das Management in einem Brief an die Aktionäre. Die Zahlen entsprachen damit weitgehend den Erwartungen der Analysten.
Ausblick enttäuscht die Anleger
Für das laufende dritte Quartal stellte Netflix ein Umsatzplus von knapp zwölf Prozent auf 12,86 Milliarden Dollar und einen Überschuss von 0,82 Dollar je Aktie in Aussicht. Dies lag unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Die Prognosespanne für das Gesamtjahr wurde leicht eingeengt: Netflix rechnet nun mit einem Umsatz von 51 bis 51,4 Milliarden Dollar, nach zuvor 50,7 bis 51,7 Milliarden Dollar.
Die Aktie hatte in den vergangenen Monaten bereits mehr als 40 Prozent ihres Werts verloren, belastet durch Sorgen um sinkende Zuschauerzahlen auch bei populären Serien ab der zweiten Staffel. Die gescheiterte Übernahme des Hollywood-Studios Warner Brothers, bei der Netflix gegen den Rivalen Paramount verlor, wurde von Anlegern als Flucht nach vorn gesehen. Netflix erhielt von Warner im Februar 2026 eine Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar, was im vergangenen Quartal die Steuerzahlungen des Unternehmens leicht erhöhte.
Marktumfeld bleibt herausfordernd
Die enttäuschende Prognose kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Wettbewerb im Streamingmarkt weiter zunimmt. Analysten verweisen auf die starke Konkurrenz durch Paramount, Disney+ und Amazon Prime Video. Netflix setzt weiterhin auf Eigenproduktionen und internationale Expansion, um das Wachstum zu stützen. Der Ausblick für das Gesamtjahr deutet jedoch auf eine Verlangsamung des Umsatzwachstums hin.
Mehr: US-Bundesstaaten klagen gegen den Verkauf von Warner an Paramount. rtr, dpa.



