Ottobock nach Börsengang: Robotik-Kontakte und Rekordgewinn trotz Kursrückgang
Ottobock: Robotik-Kontakte nach Börsengang und Rekordgewinn

Ottobock nach Börsengang: Neue Robotik-Kontakte und Profitabilitätssprung

Der Prothesenhersteller Ottobock aus Duderstadt in Südniedersachsen hat im vergangenen Jahr ein beeindruckendes Rekordergebnis erzielt. Nach dem erfolgreichen Börsengang, der als größter in Deutschland im Jahr 2025 galt, erkundet das Unternehmen nun neue Geschäftsfelder. Vorstandschef Oliver Jakobi betonte, dass die gesteigerte Aufmerksamkeit durch den Börsengang zu wertvollen neuen Kontakten geführt habe, insbesondere mit Unternehmen aus der Robotik-Branche und Universitätskliniken. Diese Verbindungen könnten die Entwicklung im Bereich der Mensch-Maschinen-Verbindungen vorantreiben.

Starke Zahlen trotz Börsenkurs-Rückgang

Obwohl der Börsengang laut Jakobi keine direkten Auswirkungen auf das konkrete Unternehmensergebnis hatte, präsentierte Ottobock dennoch herausragende Zahlen. Im Kerngeschäft mit Prothesen und Exoskeletten stieg der Umsatz im Jahr 2025 um 11,7 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro an. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 29 Prozent auf 420,7 Millionen Euro. Jakobi sprach von einem „Profitabilitätssprung“, der die Marktposition des Weltmarktführers weiter gestärkt habe.

Finanzvorstand Arne Kreitz erklärte, dass das Unternehmen damit „hervorragend gerüstet für weiteres deutliches Umsatzwachstum und überproportionale Ertragssteigerungen“ sei. Die Schulden konnten auf unter eine Milliarde Euro reduziert werden, und für das laufende Jahr sind weitere Übernahmen geplant. Die positive Entwicklung wird auf neue Produkte und strategische Zukäufe zurückgeführt.

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Vorsichtiger Ausblick und Paralympics-Engagement

Für das Jahr 2026 prognostiziert Ottobock ein moderateres Wachstum von fünf bis acht Prozent im Kerngeschäft, da viele neue Produkte erst in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen und das Vorjahr besonders stark war. Langfristig bestätigte das Unternehmen jedoch seine Pläne für ein durchschnittliches Wachstum zwischen sieben und neun Prozent.

Jakobi äußerte sich zuversichtlich, dass der aktuell gefallene Börsenkurs in Zukunft wieder steigen werde, sobald die Unternehmensziele erreicht werden. Neben der finanziellen Performance ist Ottobock auch für sein Engagement bei den Paralympics bekannt. Bei den kommenden Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo werden rund 60 Techniker des Unternehmens vor Ort sein, um nicht nur Marketing zu betreiben, sondern auch neue Produkte unter extremen Bedingungen zu entwickeln. Innovationen wie Carbonfeder-Prothesen für beinamputierte Athleten oder spezielle Adapter für den schnellen Prothesenwechsel gehen auf diese Wettbewerbe zurück.

Insgesamt zeigt Ottobock, wie ein traditioneller Prothesenhersteller durch Digitalisierung, Robotik-Kooperationen und internationale Präsenz seine Marktführerschaft ausbaut und gleichzeitig soziale Verantwortung übernimmt.

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