Palantir verdoppelt Umsatz dank KI-Boom in den USA
Palantir meldet 93 Prozent Umsatzplus

Die Datenanalyse-Firma Palantir hat im zweiten Quartal 2026 ihren Umsatz im Jahresvergleich um 93 Prozent auf knapp 1,94 Milliarden Dollar (rund 1,69 Milliarden Euro) gesteigert und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Diese hatten im Schnitt nur mit 1,8 Milliarden Dollar gerechnet. Allein im Vergleich zum Vorquartal wuchs der Umsatz um etwa ein Fünftel. Die Aktie reagierte im nachbörslichen Handel mit einem zeitweiligen Plus von mehr als neun Prozent.

Prognose angehoben

Angesichts der starken Entwicklung hob Palantir die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 8,15 bis 8,16 Milliarden Dollar an. Auch für das dritte Quartal wird mit rund 2,16 Milliarden Dollar mehr erwartet als von Experten prognostiziert. „Unser Geschäft wächst mit einer Geschwindigkeit und in einem Ausmaß, wie wir es noch nie zuvor erlebt haben“, schrieb Palantir-Chef Alex Karp in einem Brief an die Aktionäre.

Das Wachstum kommt vor allem aus den USA: Im Heimatmarkt erzielte Palantir im vergangenen Vierteljahr Erlöse von 1,57 Milliarden Dollar – mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Besonders das Geschäft mit Regierungsbehörden legte um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar zu. Software von Palantir wird unter anderem vom Heimatschutzministerium und vom Pentagon eingesetzt, Medienberichten zufolge auch im Irankrieg. Das Geschäft mit US-Unternehmen stieg sogar um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar.

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Europa zeigt sich skeptisch

Während Palantir in den USA boomt, wächst in Europa die Skepsis. Regierungen befürchten eine zu große Abhängigkeit von US-Technologieplattformen. Palantir geht derzeit juristisch gegen die Entscheidung vor, einen auf zwei Jahre angelegten Vertrag mit der Londoner Polizei im Volumen von 67,15 Millionen Dollar zu blockieren. Im Juni beendete Frankreich die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen.

Palantir wurde 2003 im Silicon Valley gegründet und ist auf die Auswertung großer Datenmengen spezialisiert. Zu den Kunden zählen neben Unternehmen auch Regierungen. Die Firma liefert unter anderem Software, mit der Geheimdienst- und Militärinformationen analysiert werden. In bewaffneten Konflikten ermöglichen die Programme von Palantir die Bewertung potenzieller Ziele in Echtzeit durch den Abgleich von Informationen, biometrischer Daten und Telefonanrufen. Mitgegründet wurde Palantir von dem aus Deutschland stammenden Techmilliardär Peter Thiel, einem wichtigen Unterstützer von US-Präsident Donald Trump.

Kritik an autoritärer Vision

Palantir-Chef Alex Karp hat kürzlich seine autoritäre Vision skizziert, was in Deutschland für Kritik sorgt. Der SPIEGEL kommentierte: „Von Souveränität reden, beim Trump-Unterstützer kaufen – das ist absurd.“ Ein Interview mit einem Experten warnte: „In den Händen eines autoritären Regimes ein sehr mächtiges und gefährliches Werkzeug.“

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