Pizzabäcker bunkert Kokain in der Küche
München – Einmal Pizza con cocaina! In der Küche eines Münchner Restaurants gab es nicht nur Prosciutto und Mozzarella. In der Abstellkammer lagerte neben dem Mehl auch Kokain, neben dem Backofen standen die Feinwaage und Verpackungsmaterial bereit. Pizzabäcker Giovanni W. (44, Name geändert) soll über Monate hinweg kiloweise Kokain in seinem Restaurant gebunkert und für den Weiterverkauf abgepackt haben. Dafür muss er jetzt lange ins Gefängnis.
Knapp drei Kilogramm Kokain hatten Ermittler im vergangenen Sommer im Restaurant des Italieners sichergestellt. Giovanni W. war Pächter des Vereinslokals des TSV Unterhaching, dessen Volleyball-Herren in der 1. Bundesliga spielen. Der Sportclub wusste nichts von seinem illegalen Nebengewerbe. Inzwischen ist das Lokal unter neuer Führung.
Waffen im Restaurant
Zudem entdeckte die Kripo im Restaurant eine Schreckschusspistole sowie einen Teleskopschlagstock. In seiner Wohnung fanden die Ermittler knapp 1500 Euro Bargeld „aus vorangegangenen Betäubungsmittelgeschäften“, wie es in der Anklage heißt. Dem Koch wurde daher bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vorgeworfen. Das Landgericht München verurteilte den Italiener nach vier Verhandlungstagen zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren und drei Monaten.
Erklärungsversuche des Angeklagten
Giovanni W. hatte im Prozess versucht, die Vorwürfe zu entkräften. Das Kokain habe einem Freund gehört, er habe es nur gelagert. Er habe im Gegenzug etwas davon behalten dürfen. Die Feinwaage habe er bei der Zubereitung von Desserts verwendet. Das Vakuumiergerät habe er für die Verpackung von Fleischwaren und die Schreckschusspistole lediglich an Silvester benutzt. Auch der Schlagstock gehöre gar nicht ihm, den habe er einem Mitarbeiter abgenommen.
Das Gericht glaubte diesen Erklärungsversuchen jedoch nicht. In den Augen der Strafkammer lag trotz allem bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vor. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar zehn Jahre Haft gefordert. Das Gericht folgte jedoch dem Antrag von Verteidiger Tim Weller und blieb am unteren Ende des Strafrahmens (fünf bis 15 Jahre).
Haft und mögliche Abschiebung
Der zweifache Familienvater Giovanni W. saß seit vergangenem August in U-Haft. Die Zeit wird ihm beim Verbüßen der Gefängnisstrafe angerechnet. Da er vorbestraft ist, wird er wohl mindestens zwei Drittel der Haftzeit absitzen müssen und käme somit frühestens Anfang 2029 wieder auf freien Fuß. Der Italiener könnte jedoch auch nach der Hälfte der Haftzeit in seine Heimat abgeschoben werden.



