SAP entgeht EU-Strafe: Zehn Jahre Auflagen für Softwarekonzern
SAP entgeht EU-Strafe: Zehn Jahre Auflagen

Der deutsche Softwarekonzern SAP hat mit verbindlichen Zusagen eine drohende EU-Strafe wegen möglicher Wettbewerbsverstöße abgewendet. Die EU-Kommission teilte mit, dass SAP die Auflagen nun weltweit für zehn Jahre einhalten muss. Das Verfahren war im September eröffnet worden, nachdem die Behörde den Verdacht hatte, Europas größter Softwarehersteller könnte den Wettbewerb bei Wartungs- und Supportdienstleistungen verzerrt haben.

Vorwürfe der EU-Kommission

In einer vorläufigen Bewertung legte die Kommission dar, warum sie Wettbewerbsverstöße vermutete. Demnach verlangte SAP von seinen Kunden mit Sitz in Walldorf, Baden-Württemberg, dass sie die Software nur von SAP selbst warten lassen. Zudem mussten Kunden für alle SAP-Softwarelösungen dieselbe Art von Wartungs- und Supportleistungen zu denselben Preisbedingungen wählen. Dies könnte Kunden daran hindern, Wartungs- und Supportleistungen verschiedener Anbieter zu unterschiedlichen Preis- und Supportniveaus zu kombinieren, obwohl dies für sie günstiger wäre.

Kündigungsbedingungen kritisiert

Die EU-Kommission kritisierte auch, dass Kunden Wartungs- und Supportleistungen für ungenutzte Softwarelizenzen nicht kündigen konnten – sie also für ungewünschte Leistungen weiter zahlen mussten. Kunden, die nach einer Auszeit wieder Dienstleistungen von SAP abonnieren wollten, mussten eine Wiederaufnahmegebühr und Nachzahlungen leisten. Die Brüsseler Behörde verdächtigte SAP daher, seine Kunden auszubeuten.

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SAP lenkt ein

Um eine hohe Geldstrafe zu vermeiden, gab SAP Zusagen ab: Das Unternehmen verpflichtet sich, künftig getrennte Wartungsverträge für einzelne Softwarelizenzen anzubieten und die Kündigung ungenutzter Leistungen zu ermöglichen. Auch die Wiederaufnahmegebühren werden gestrichen. Die EU-Kommission akzeptierte diese Zusagen und stellte das Verfahren ein. Sollte SAP gegen die Auflagen verstoßen, droht ein Bußgeld von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes.

Auswirkungen auf den Markt

Wettbewerbshüter sehen die Entscheidung als Signal an andere Technologiekonzerne. „Die Zusagen von SAP stellen sicher, dass Kunden künftig mehr Flexibilität bei der Wahl ihrer Wartungsdienstleister haben“, erklärte ein Sprecher der EU-Kommission. Branchenexperten erwarten, dass unabhängige Wartungsanbieter nun leichter in den Markt eintreten können. SAP selbst betonte, man habe die Zusagen im Interesse der Kunden gemacht und wolle weiterhin fairen Wettbewerb fördern.

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