Kommentar: Widersprüchliche Haltung der Regierung zur Commerzbank
Schizophrene Haltung der Regierung zur Commerzbank

Kommentar: Die schizophrene Haltung der Bundesregierung zur Commerzbank

Deutschland leistet sich ein feingliedriges Bankensystem mit drei Säulen. Auch diese Struktur macht die verbliebenen Großbanken anfällig für Übernahmen.

Von Michael Maisch

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

16.06.2026 - 14:43 Uhr

Wird die Commerzbank von der Unicredit übernommen? Die Wahrscheinlichkeit wächst. Nicht nur Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp verteidigt die Selbstständigkeit der Frankfurter Großbank seit vielen Monaten mit Zähnen und Klauen, auch die Bundesregierung stemmt sich mit Macht gegen die Übernahme durch Unicredit. Dabei wird es von Tag zu Tag schwieriger, die Attacke der Italiener abzuwehren, die inzwischen schon 38 Prozent der Commerzbank-Aktien kontrollieren.

Aber nicht nur die Macht des Faktischen spricht dagegen, dass die Commerzbank auf Dauer ihre Selbstständigkeit verteidigen kann. Gerade der Bundesregierung fehlen als zweitgrößtem Aktionär des Frankfurter Instituts die glaubwürdigen Argumente für ihren hartnäckigen Widerstand gegen den Annäherungsversuch von südlich der Alpen.

Am Dienstag hat die Berliner Regierung noch einmal klargemacht, warum ein Verkauf der Commerzbank aus ihrer Sicht so schlimm wäre: Da ist zum einen die Angst vor schlechteren Finanzierungsbedingungen für die deutsche Wirtschaft und zum anderen die Sorge, dass der Finanzstandort Frankfurt an Bedeutung verliert.

Lesen Sie auch: Unicredit droht Commerzbank mit dem Austausch von Aufsichtsrat und Vorstand

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration