Senat ordnet Rückbau des Radwegs Unter den Eichen an
Senat ordnet Rückbau des Radwegs Unter den Eichen an

Wenige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl hat die Senatsverkehrsverwaltung den Rückbau des Radwegs auf der Fahrbahn der Straße Unter den Eichen in Steglitz-Zehlendorf angeordnet. Das bestätigte das Haus von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) am Montag. Der Schritt war bereits seit Monaten angekündigt, doch nun wird er konkret.

Zwei Fahrstreifen für Autos, gemeinsamer Fuß- und Radweg

Auf dem gut 600 Meter langen Abschnitt zwischen Am Fichtenberg und der Willdenowstraße sollen künftig wieder zwei Fahrstreifen für den Autoverkehr in stadtauswärtiger Richtung zur Verfügung stehen. Radfahrer werden auf einen gemeinsamen Fuß- und Radweg am Straßenrand verwiesen, den sie sich mit Fußgängern teilen müssen.

Die Verkehrsverwaltung begründet die Anordnung mit der Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit der Bundesstraße 1. Seit der Einführung des Radwegs auf dem rechten Fahrbahnstreifen habe es erhebliche Schwierigkeiten gegeben, insbesondere am südlichen Ende der Autobahn A103 in der Nähe. Die neue Streckenführung bringe eine Verbesserung des Verkehrsflusses und der Verkehrssicherheit, so die Behörde.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Busspur entfällt, aber Busse sollen profitieren

Die Anordnung betrifft auch den Busverkehr. Bislang durften die Fahrzeuge der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den Radweg als Busspur mitnutzen. Diese Sonderstreife entfällt nun. Dennoch verspricht sich die Senatsverwaltung eine Wiederbeschleunigung des Busangebotes. Grund dafür ist die Beseitigung des bisherigen Nadelöhrs am Beginn des Radwegs.

Dort zwingen Warnbaken den motorisierten Verkehr, auf die linke Spur auszuweichen. Erst hinter der Engstelle können Busse wieder nach rechts ausscheren. Die dadurch entstandenen Verzögerungen konnten durch die Freigabe der Radverkehrsanlage für Busse nicht kompensiert werden, erklärt die Verwaltung. Mit der Neuordnung entfallen diese Hindernisse.

Bezirk zeigt sich irritiert, VCD übt scharfe Kritik

Die Reaktionen aus dem Bezirk fallen kritisch aus. Steglitz-Zehlendorfs Verkehrsstadtrat Urban Aykal (Grüne) bezeichnete die Anordnung eines gemeinsamen Geh- und Radweges als „sehr fragwürdig“ und kündigte an, man werde sich mit der Sache befassen. Zugleich zeigte er sich irritiert, dass sein Amt die Pressemitteilung erhielt, bevor die verkehrsrechtliche Anordnung im Straßen- und Grünflächenamt eingegangen war.

Noch deutlicher wurde Heiner von Marschall, Landesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD). Er nannte die Abschaffung des Radwegs eine „glatte Umkehrung allen Fachwissens“ und sprach von „völlig einseitiger ideologischer Verblendung“. Für Radfahrer und Fußgänger werde die Strecke deutlich unsicherer und schlechter nutzbar, während nur der Autoverkehr profitiere.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration