Am Montagabend, dem 3. August, müssen sich die Bewohner von Bad Wörishofen und des gesamten Unterallgäus auf schwere Gewitter mit Hagel einstellen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine amtliche Warnung der Stufe 2 (markantes Wetter) herausgegeben, die ab 18 Uhr gilt. Betroffen sind weite Teile der Region, insbesondere der Landkreis Unterallgäu. Die Warnung bleibt voraussichtlich bis in die Nacht zum Dienstag bestehen.
Wetterlage: Gewitterfront zieht auf
Auslöser ist ein Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa, das feuchte und instabile Luftmassen in die Region führt. Am Nachmittag bilden sich zunächst einzelne Schauer, die sich am späten Nachmittag zu kräftigen Gewittern zusammenballen. Die Meteorologen erwarten dabei Hagelkörner mit einer Größe von bis zu zwei Zentimetern, teils auch größer. Zudem sind Sturmböen mit Geschwindigkeiten um 80 Kilometer pro Stunde möglich, örtlich sogar mehr. „Die Gewitter ziehen relativ schnell durch, aber sie können lokal sehr intensiv sein“, erklärt ein Sprecher des DWD.
Die Gewitterzellen entstehen bevorzugt über den Höhenzügen des Allgäus und verlagern sich dann nach Norden. Gegen 18 Uhr erreichen sie die Gegend um Bad Wörishofen und Mindelheim. Bis zum späten Abend ist mit wiederholten Schauern und Gewittern zu rechnen, ehe die Lage in der Nacht allmählich zur Ruhe kommt.
Auswirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Der Hagel kann erhebliche Schäden an Fahrzeugen, Dächern und landwirtschaftlichen Kulturen verursachen. Das Landratsamt Unterallgäu empfiehlt, lose Gegenstände im Freien zu sichern und Autos in Garagen oder unter Überdachungen zu stellen. Auch für den Straßenverkehr besteht Gefahr: Bei Starkregen kann es zu Aquaplaning kommen, und Hagelschlag beeinträchtigt die Sicht. Die Feuerwehren in der Region sind in erhöhter Bereitschaft, um bei vollgelaufenen Kellern oder umgestürzten Bäumen schnell helfen zu können.
In den vergangenen Jahren hat die Region wiederholt unter schweren Unwettern gelitten. Allein im Sommer 2019 verursachte ein Hagelsturm in Bad Wörishofen Schäden in Millionenhöhe. Die Versicherungswirtschaft rechnet bei solchen Ereignissen mit hohen Schadenssummen. Betroffene sollten Schäden umgehend dokumentieren und ihrer Versicherung melden.
Wetterwarnungen richtig deuten
Der DWD gibt Warnungen in vier Stufen heraus: Stufe 1 (Wetterwarnung), Stufe 2 (markantes Wetter), Stufe 3 (Unwetter) und Stufe 4 (extremes Unwetter). Die aktuelle Warnung der Stufe 2 bedeutet, dass eine Gefahr für Leib und Leben bestehen kann, etwa durch herabfallende Äste oder Blitzschlag. Die Behörden raten, während des Gewitters Schutz in Gebäuden zu suchen und Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Für die kommenden Tage kündigen die Meteorologen wechselhaftes Wetter an. Nach dem Abzug der Gewitterfront bleibt es zunächst wechselnd bewölkt, mit einzelnen Schauern. Die Temperaturen sinken leicht auf Werte um 25 Grad. Erst zum Wochenende hin setzt sich wieder ruhigeres und wärmeres Wetter durch.



