Die Weltraumfirma SpaceX von Elon Musk hat das erste Quartal nach ihrem Rekord-Börsengang mit einem Verlust von 541 Millionen Dollar abgeschlossen. Das Minus fiel damit deutlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum, als der Fehlbetrag noch rund eine Milliarde Dollar betragen hatte. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um fast 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 6,9 Milliarden Dollar gerechnet hatten.
Starlink bleibt der zentrale Umsatzbringer
Der Satelliten-Internetdienst Starlink ist weiterhin die wichtigste Einnahmequelle von SpaceX. Im vergangenen Quartal wuchs der Starlink-Umsatz im Jahresvergleich um fast zwei Drittel auf rund 4,3 Milliarden Dollar. Immer mehr Fluggesellschaften nutzen inzwischen das Internet aus dem All. Das operative Ergebnis legte um 80 Prozent auf rund 1,66 Milliarden Dollar zu. Die Zahl der Starlink-Kunden stieg binnen drei Monaten von 10,3 auf 12 Millionen.
Mit neuen Satelliten will Starlink künftig auch direkt Smartphones ins Netz bringen und könnte damit in direkte Konkurrenz zu Telekommunikationsunternehmen treten. Dieser Ausbau dürfte das Wachstum weiter antreiben, birgt aber auch hohe Investitionskosten.
Börsendebüt mit Rekordbewertung
SpaceX war Mitte Juni mit einem Rekorderlös von 75 Milliarden Dollar an die Börse gegangen. Der Ausgabepreis von 135 Dollar ergab eine Bewertung von fast 1,8 Billionen Dollar. Damit war SpaceX das wertvollste Unternehmen, das jemals an die Börse ging. Diese Bewertung stand in krassem Kontrast zum aktuellen Geschäft, wurde aber mit großen Plänen im Bereich Künstliche Intelligenz gerechtfertigt.
In den ersten Wochen nach dem Börsengang stieg der Kurs, getrieben von Privatanlegern, auf bis zu 225 Dollar. Inzwischen fiel die Aktie jedoch unter den Ausgabepreis und notierte am Dienstag bei rund 125 Dollar. Im nachbörslichen Handel gab der Kurs zunächst um bis zu acht Prozent nach. Am Donnerstag läuft die Haltefrist für weitere Aktien von Firmeninsidern und frühen Investoren aus, was zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen könnte.
Bedeutung für die US-Raumfahrt
SpaceX ist in den vergangenen Jahren zu einem unverzichtbaren Partner des US-Raumfahrtprogramms geworden. Das Unternehmen transportiert regelmäßig Astronauten und Fracht zur Internationalen Raumstation und übernimmt auch für andere Regierungsbehörden Starts. Aktuell investiert SpaceX massiv in die Entwicklung der großen Rakete Starship, die noch Testflüge absolviert. Sie soll es deutlich günstiger machen, Nutzlast ins All zu bringen und langfristig auch bemannte Missionen zum Mond und Mars ermöglichen.
Die hohen Investitionen in Starship und andere Projekte belasten die Bilanz, während die Einnahmen aus Starlink und Startverträgen wachsen. Analysten sehen SpaceX dennoch gut positioniert, um vom wachsenden Markt für Satellitenkommunikation und Raumfahrt zu profitieren. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob das Unternehmen die Verluste weiter reduzieren und die hohe Bewertung rechtfertigen kann.



