Die anhaltende Hitzewelle hat den Wasserstand der Donau so stark absinken lassen, dass in Serbien mehrere Schiffswracks der deutschen Kriegsmarine aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt wurden. Wie serbische Medien berichten, klettern Schaulustige in der Nähe des Flusshafens Prahovo auf den verwitterten Relikten der einstigen Nazi-Flotte umher. Schon in den vergangenen Jahren waren die Wracks bei extremen Sommern sichtbar geworden, doch der aktuelle Niedrigwasserstand macht sie besonders gut zugänglich.
Wracks vor dem Eisernen Tor
Besonders im Donauabschnitt vor dem sogenannten Eisernen Tor, einem Durchbruchstal an der Grenze zwischen Serbien und Rumänien, häufen sich solche Wracks. Die Nazi-Marine hatte dort Teile ihrer Schwarzmeerflotte gezielt versenkt. Der deutsche Flottenverband befand sich auf dem Rückzug und wurde von der sowjetischen Donaumilitärflottille verfolgt. Die rund 200 versenkten Schiffe sollten die Donau für die Verfolger unpassierbar machen.
Gefahr für die Schifffahrt
Die Wracks bei Prahovo stellen für die Donauschifffahrt bei niedrigen Wasserständen ein erhebliches Hindernis dar. Sie gefährden nicht nur die Navigation, sondern erschweren auch den Gütertransport auf einer der wichtigsten Wasserstraßen Europas. Ein von der Europäischen Union (EU) finanziertes Programm sieht vor, besonders ungünstig platzierte alte Nazi-Schiffe nach und nach aus dem Wasser zu ziehen. Von 21 dafür vorgesehenen Wracks seien bis April dieses Jahres 7 geborgen worden, berichtete die Website des staatlichen Fernsehens RTS.
Auswirkungen auf Wirtschaft und Verkehr
Der extreme Niedrigpegel der Donau hat nicht nur historische Relikte freigelegt, sondern auch konkrete wirtschaftliche Folgen. Ähnlich wie am Rhein behindert der niedrige Wasserstand den Schiffsverkehr und kann Lieferketten stören. Die Bergung der Wracks ist daher nicht nur von historischem Interesse, sondern auch von praktischer Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Schifffahrt.
Die Freilegung der Wracks zieht derzeit viele Schaulustige an, die die Relikte der Geschichte aus nächster Nähe betrachten wollen. Die Behörden warnen jedoch vor den Gefahren, die von den rostigen Wracks ausgehen können. Die Aktion zur Bergung der Schiffe läuft unter der Koordination der EU und soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.



