Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der traditionsreichen Plüschtierfirma Steiff durch den Ravensburger Spieleverlag genehmigt. Wie die Behörde am Donnerstag mitteilte, bestehen gegen den Erwerb von 60 Prozent der Anteile an Steiff durch Ravensburger keine wettbewerbsrechtlichen Einwände.
Keine Überschneidungen bei den Produkten
„Wettbewerbliche Bedenken ergeben sich nicht, da sich die Produktportfolios der Unternehmen nicht überschneiden“, erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt. Steiff ist bekannt für hochwertige Plüschtiere, insbesondere Teddybären, während Ravensburger vor allem Spiele, Puzzles und Lernsysteme herstellt. „Zudem verfügen die Unternehmen im Spielwareneinzelhandel über hinreichend starke Abnehmer, sodass auch sonst keine nachteiligen Auswirkungen auf den Wettbewerb zu erwarten waren“, ergänzte Mundt.
Hintergrund der Transaktion
Die Verkäufer der Anteile sind die Erben der Gründerin Margarete Steiff. Das Unternehmen mit Sitz in Giengen an der Brenz (Baden-Württemberg) soll nach der Übernahme weiterhin eigenständig geführt werden. Steiff gilt als Erfinder des Teddybären und produziert seit über 140 Jahren Plüschtiere, die an dem markanten Knopf im Ohr erkennbar sind. Neben Kuscheltieren vertreibt die Firma auch Kleidung für Babys und Kinder.
Ravensburger: Vom Spieleverlag zum Mischkonzern
Ravensburger ist vor allem für Klassiker wie „Fang den Hut“, „Memory“, „Das verrückte Labyrinth“ und „Scotland Yard“ bekannt. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen sein Portfolio erweitert, unter anderem mit dem Lernsystem „Tiptoi“ und der Kugelbahn „GraviTrax“. Mit der Übernahme von Steiff stärkt Ravensburger seine Position im Bereich der traditionellen Spielwaren.
Die Transaktion war im Vorfeld von Branchenbeobachtern als strategisch sinnvoll bewertet worden, da beide Unternehmen auf unterschiedlichen Märkten agieren und sich ergänzen. Ravensburger erhält durch den Einstieg bei Steiff Zugang zu einer etablierten Marke mit hohem Wiedererkennungswert und langjähriger Tradition.



