US-Präsident Donald Trump will seine Online-Botschaften zu Geld machen. Sein Medienunternehmen Trump Media kündigte am Donnerstag an, dass es gegen Bezahlung einen schnelleren Zugang zu Online-Beiträgen des Präsidenten anbieten wolle. Der Dienst „Truth API“ solle einen „lizenzierten Echtzeit-Zugriff auf Beiträge der reichweitenstärksten Truth-Social-Konten“ ermöglichen. Ein Sprecher bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Kunden dadurch Beiträge der zehn einflussreichsten Konten deutlich schneller erhalten sollen als eine reguläre Push-Benachrichtigung auf der „Truth Social“-Plattform.
Trumps Truth-Social-Beiträge erschüttern die Märkte
Trump veröffentlicht fast täglich mehrere Beiträge auf seiner Online-Plattform Truth Social, mit denen er weltweit zu den unterschiedlichsten Themen für Schlagzeilen sorgt. Über seine eigene Plattform hat der US-Präsident in der Vergangenheit bereits mehrere Ankündigungen gemacht, die die Märkte weltweit in Aufruhr versetzt haben. Darunter waren etwa seine Zollmaßnahmen zum „Liberation Day“ oder Ankündigungen zu Handelsbeschränkungen gegenüber China. Die Plattform Truth Social ist dadurch zu einer unverzichtbaren Informationsquelle für Händler, Unternehmen und Finanzinstitute geworden. „Die Märkte reagieren bereits jetzt auf Beiträge bei Truth Social“, sagte Kevin McGurn, Interimschef der Trump Media and Technology Group.
Kritik an privater Geldmacherei
Mit dem nun angekündigten Extra-Angebot eines schnelleren Zugriffs auf die Posts würde der Präsident seine Online-Beiträge effektiv zu Geld machen. Kritiker werfen dem 80-Jährigen immer wieder vor, seine Präsidentschaft zum privaten Geldmachen auszunutzen. Der geschäftsführende Gesellschafter und Portfoliomanager bei Stanphyl Capital Partners, Mark Spiegel, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: „Soweit ich weiß, ist der einzige marktbewegende Nutzer auf Truth Social Trump selbst, und seine Beiträge bewegen den Markt definitiv.“
Ein Partner der Anwaltskanzlei „Dynamis“ in New York, Robert Frenchman, erklärte gegenüber Reuters, dass börsennotierte Unternehmen bei der Offenlegung von Informationen auf solchen Plattformen vorsichtig vorgehen müssen. Er fügte jedoch hinzu, dass es den Plattformen gestattet sei, einigen Kunden einen Vorabzugang zu Beiträgen zu gewähren – selbst wenn dies für einige Marktteilnehmer nachteilig sei. „Sicherlich erscheint es nicht fair. Aber ja, eine Technologieplattform kann die Verbreitung von Informationen ohne Verstoß gegen die Wertpapiergesetze des Bundes selbst staffeln.“
Start am 1. August
Das neue Angebot soll den Angaben zufolge am 1. August starten. Es richtet sich vor allem an Börsenhändler und Finanznachrichten-Anbieter, die bei sogenannten Breaking News auf entscheidende Zeitvorteile im Bruchteil einer Sekunde angewiesen sind. Unterdessen gab das Unternehmen bekannt, dass es bereits vor dem offiziellen Start Kunden gewonnen habe.



