Der Megadeal in der US-Medienlandschaft ist unter Dach und Fach: Die US-Regierung hat die Übernahme des traditionsreichen Hollywood-Studios Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount Skydance ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium erklärte, der Zusammenschluss gefährde weder den Wettbewerb noch die Interessen der US-Verbraucher – weder im TV- und Streaminggeschäft noch in der Filmproduktion.
Klagedrohung aus Kalifornien
Allerdings prüfen zehn US-Bundesstaaten unter der Führung Kaliforniens die Übernahme noch und erwägen, noch in diesem Monat Klage einzureichen, wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Hinter Paramount steht die Familie des Softwaremilliardärs Larry Ellison, ein bekannter Unterstützer von Präsident Donald Trump.
Netflix ursprünglich im Rennen
Ursprünglich hatte sich Netflix im vergangenen Jahr mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Doch Paramount erhöhte das Gebot und sicherte sich den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery inklusive der Fernsehsparte mit dem Nachrichtensender CNN. Der Deal hat ein Volumen von rund 111 Milliarden Dollar.
Sorgen um CNN
Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount seine redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Ähnliche Entwicklungen gab es bereits bei anderen Medienhäusern, die von präsidententreuen Milliardären übernommen wurden. Trump hatte mehrfach betont, dass ihm ein Besitzerwechsel des oft kritischen Senders wichtig sei.
Parallelen zu CBS
Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS fiel nach der Übernahme durch die Ellison-Familie durch eine wohlwollendere Berichterstattung gegenüber Trumps Regierung auf. Bei der beliebten Sendung „60 Minutes“ wurden mehrere Korrespondenten entlassen, die über politischen Druck klagten.
Ellison-Sohn an der Spitze
Paramount wird von Larry Ellisons Sohn David Ellison geführt, einem Filmproduzenten, der durch die Übernahme von Warner Bros. Discovery an Einfluss in Hollywood gewinnen will. Paramount gehörte bisher zu den kleineren Playern der Branche. Zu Warner gehören unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, die „Harry Potter“-Filmreihe und das Streaminggeschäft auf Basis von HBO.
Immer mehr US-Medien geraten unter den Einfluss von Multimilliardären, die mit dem Präsidenten verbündet sind. Experten warnen vor einer Aushöhlung der Demokratie durch diese zunehmende Medienkonzentration.



