Verdi weitet Warnstreiks im Handel aus: „Es geht um Wertschätzung“
Verdi weitet Warnstreiks im Handel aus

Verdi weitet Warnstreiks im Handel aus: „Es geht um Wertschätzung“

Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Warnstreiks im Einzelhandel sowie im Groß- und Außenhandel ausgeweitet. Wie die Gewerkschaft mitteilte, sind am Donnerstag und Freitag Betriebe und Unternehmen der gesamten Handelsbranche in allen Bundesländern betroffen. In Kiel versammelten sich rund 200 Beschäftigte des Handels, vor allem aus Schleswig-Holstein, zu einer Demonstration.

„Wir sind nicht die Billigheimer der Nation“, erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Silke Zimmer auf der Abschlusskundgebung. „In einer Tarifrunde im Handel geht es eben nicht allein um Prozente, es geht um Anerkennung, es geht um Wertschätzung.“ Die Gewerkschaft wolle einen zügigen Tarifabschluss, der der Leistung der Beschäftigten gerecht werde. „Wir wollen vor allen Dingen keinen weiteren Reallohnverlust, weil wir nämlich schlicht nicht mehr wissen, wie wir unser tagtägliches Leben finanzieren sollen“, so Zimmer.

Teilzeitquote und Forderungen

Knapp zwei Drittel aller Beschäftigten im Einzelhandel hätten nur einen Teilzeitjob, sagte Zimmer. „Und jedes Mal ist man darauf angewiesen, dass der Hausleiter, dass der Filialleiter noch ein paar Stunden rausrückt.“ Die Gewerkschaft fordert – unterschiedlich akzentuiert in den bundesweit 16 Tarifgebieten des Einzelhandels und den 20 Tarifgebieten im Groß- und Außenhandel – eine Entgelterhöhung von sieben Prozent, mindestens aber 225 Euro monatlich mehr, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Angebote der Arbeitgeber

Die Arbeitgeber schlugen im Groß- und Außenhandel laut Verdi eine Entgelterhöhung beginnend ab dem Monat nach Tarifabschluss von insgesamt 3,4 Prozent vor, allerdings mit einer doppelt so langen Laufzeit – was den Zuwachs halbiere. Im Einzelhandel sieht das Angebot der Arbeitgeber demnach erst nach sechs Monaten ohne jede Steigerung eine Entgelterhöhung von zwei Prozent vor, dann nach weiteren drei Monaten ohne Steigerung 1,5 Prozent, ebenfalls bei 24 Monaten Laufzeit.

Hintergrund und Auswirkungen

Verdi hatte zu bundesweiten Warnstreiks in der Tarifrunde für mehr als fünf Millionen Handels-Beschäftigte aufgerufen. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben die Geschäfte am Donnerstag wegen Fronleichnam ohnehin geschlossen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte vor den Warnstreiks erklärt, keine spürbaren Auswirkungen für Kunden durch die Streikaktionen zu erwarten. Die Unternehmen seien gut vorbereitet, die internen Abläufe eingespielt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Regionales

  • Thüringen: EU genehmigt Finanzhilfen für Flughafen Erfurt
  • Niedersachsen & Bremen: Vermisstenfall bei „Aktenzeichen XY“ – „keine heiße Spur“
  • Baden-Württemberg: Vorfahrt genommen – Streit eskaliert mit Pfefferspray
  • Mecklenburg-Vorpommern: Unfall mit Straßenbahn: 88-Jähriger schwer verletzt
  • Hamburg & Schleswig-Holstein: Spionagefälle in Schleswig-Holstein steigen deutlich an
  • Berlin & Brandenburg: Schneller zum Hauptbahnhof: Die S15 startet am 15. Juni
  • Rheinland-Pfalz & Saarland: Saarbahn wird am Freitagabend bestreikt
  • Niedersachsen & Bremen: 450 Heidschnucken werden geschoren
  • Nordrhein-Westfalen: Gesperrte A565-Brücke: Ergebnisse in nächsten zwei Wochen
  • Nordrhein-Westfalen: Großbrand in Lagerhalle – A1 zeitweise gesperrt
  • Sachsen-Anhalt: Auto kracht auf B188 in Mopedauto – 56-Jähriger stirbt
  • Bayern: Rock im Park: So funktionieren Aufbau und Ablauf
  • Sachsen-Anhalt: Plädoyers im Magdeburger Anschlags-Prozess könnten beginnen
  • Rheinland-Pfalz & Saarland: Autofahrer muss Überholmanöver ausweichen und verletzt sich
  • Baden-Württemberg: Koffer mit Leiche in Filderstadt – Prozessauftakt steht fest
  • Sachsen-Anhalt: Harz bleibt Sachsen-Anhalts Hochzeits-Hochburg
  • Berlin & Brandenburg: 16 Verletzte bei Bus-Notbremsung in Neukölln
  • Bayern: Jugendlicher schläft unter Drogen im U-Bahn-Tunnel
  • Sachsen: Linke befürchtet Chaos durch „Kommualerprobungsgesetz“
  • Bayern: Straubing Tigers verlängern Verträge mit zwei Stürmern