Die geplante Übernahme des Hollywood-Studios Warner Bros. durch den Konkurrenten Paramount ist vorerst gestoppt. Eine Richterin in San Jose setzte den Vollzug des mehr als 100 Milliarden Dollar schweren Deals für zunächst zwei Wochen aus. Hintergrund ist eine Klage von zwölf US-Bundesstaaten, die eine längerfristige einstweilige Verfügung gegen den Zusammenschluss anstreben.
Wettbewerbsbedenken der Bundesstaaten
Die klagenden Bundesstaaten argumentieren, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und Kinos unter Druck setzen würde. Die Richterin befand, dass die Staaten zumindest zeigen konnten, dass Paramount und Warner zusammen einen erheblichen Marktanteil in diesem Geschäft haben, was die zeitweise Aussetzung der Fusion rechtfertige.
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte den Milliardendeal zuvor ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium war zu der Einschätzung gelangt, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch den US-Verbrauchern schade – weder im TV- oder Streaming-Geschäft noch in der Filmproduktion. Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ wurde die Übernahme von der Führung des Ministeriums durchgewinkt, bevor die zuständigen Juristen eine Empfehlung abgeben konnten.
Hintergründe des Deals
Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Trump bekannt ist. Ursprünglich hatte sich Netflix im vergangenen Jahr mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Doch Paramount erhöhte das Gebot und übernahm den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Der Deal hat ein Volumen von rund 111 Milliarden Dollar.
Trump-Kritiker befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount seine redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte – ähnlich wie in anderen Fällen, in denen Medienhäuser von Milliardären übernommen wurden, die dem Präsidenten treu ergeben sind. Trump selbst hatte mehrfach betont, dass ihm besonders wichtig sei, dass der oft kritisch über ihn berichtende Nachrichtensender bei einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechsle.
Ausblick
In den nächsten zwei Wochen wird das Gericht über die von den Bundesstaaten beantragte längerfristige einstweilige Verfügung verhandeln. Sollte diese erlassen werden, könnte die Übernahme ganz scheitern oder zumindest erheblich verzögert werden. Die Entscheidung wird mit Spannung erwartet, da sie weitreichende Folgen für die Medienlandschaft in den USA haben könnte.



