Der Online-Modehändler Zalando hat im zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten verfehlt. Der Umsatz und das Brutto-Warenvolumen (GMV) wuchsen zwar kräftig, aber weniger als erhofft. Zudem belasteten die Kosten für die Integration des übernommenen Konkurrenten About You das Ergebnis. Europas größter Online-Modehändler reagierte am Dienstag mit einer vorsichtigeren Prognose für das Gesamtjahr und einer Einengung der Gewinnspanne.
Zahlen im Detail: Wachstum unter den Erwartungen
Im abgelaufenen Quartal stiegen GMV und Umsatz jeweils um knapp 21 Prozent auf 4,92 beziehungsweise 3,42 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem stärkeren Wachstum gerechnet. Der wichtigste Wachstumstreiber war das Geschäft mit Firmenkunden, während das Privatkundengeschäft schwächer abschnitt. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich um rund zehn Prozent auf 204,8 Millionen Euro – auch hier blieb Zalando hinter den Erwartungen zurück.
Integration von About You drückt auf die Marge
Besonders die Kosten für die Integration des übernommenen Wettbewerbers About You belasteten die Marge. Diese Aufwendungen schmälerten das operative Ergebnis, wie das Unternehmen mitteilte. Die Integration schreite zwar planmäßig voran, doch die damit verbundenen Ausgaben sind höher als ursprünglich kalkuliert.
Prognose für 2026: Unternehmensziele eingeengt
Für das Gesamtjahr erwartet Zalando nun ein Wachstum von GMV und Umsatz am unteren Ende der bisherigen Spanne von zwölf bis 17 Prozent. Die Prognose für das bereinigte Betriebsergebnis wurde auf 680 bis 720 Millionen Euro eingeengt, nachdem sie zuvor bei 660 bis 740 Millionen Euro gelegen hatte. Diese Anpassung sei eine „Konkretisierung“ und spiegele die Ergebnisse des ersten Halbjahres wider, betonte das Unternehmen. „Die Konkretisierung der Jahresprognose spiegelt die Ergebnisse des ersten Halbjahres wider und keine geänderten Erwartungen für den Rest des Jahres“, erklärte ein Sprecher.
Aktienkurs fällt deutlich
Die Anleger reagierten enttäuscht: Die Aktie verlor nach Handelsstart knapp 18 Prozent. Damit sind die Kursgewinne, die seit Mitte Mai verbucht wurden, zum Teil wieder zunichte gemacht. Analysten zeigten sich überrascht von der Schwäche im zweiten Quartal, insbesondere beim Umsatzwachstum.
Firmenkundengeschäft als Hoffnungsträger
Positiv hob Zalando das Geschäft mit Firmenkunden hervor, das überproportional wuchs. Dieses Segment umfasst Dienstleistungen wie Logistik und Technologie für andere Händler. Es könnte künftig eine wichtigere Rolle spielen, um das Wachstum zu stützen. Dennoch bleibt das Umfeld im Online-Handel herausfordernd, da die Verbraucher angesichts der Inflation zurückhaltender ausgeben.



