Die Stadt Augsburg will ihre Kindertagesstätten und Krippen grundlegend neu aufstellen. Hintergrund sind wachsende finanzielle Probleme vieler Familien, die sich Betreuungsplätze kaum noch leisten können. Die Stadtverwaltung hat nun einen Plan vorgelegt, der eine gerechtere Verteilung der Kosten und eine bessere Unterstützung einkommensschwacher Haushalte vorsieht.
Elternbeiträge als Hürde
Nach Angaben der Stadtverwaltung geben viele Eltern in Augsburg einen erheblichen Teil ihres Einkommens für die Betreuung ihrer Kinder aus. Besonders betroffen sind Familien mit mittleren und geringen Einkommen. „Wir beobachten, dass die Beiträge für viele eine echte Belastung darstellen“, sagt die zuständige Sozialreferentin. Die Stadt will deshalb die Beitragsstruktur überarbeiten und die Einkommensgrenzen für Ermäßigungen anheben.
Die Neuaufstellung umfasst sowohl städtische als auch freie Träger. Ziel ist es, ein einheitliches System zu schaffen, das transparent ist und allen Familien zugutekommt. Dabei sollen auch die Qualitätsstandards in den Einrichtungen gesichert und ausgebaut werden.
Mehr Geld vom Freistaat erhofft
Die Stadt hofft dabei auf zusätzliche Mittel vom Freistaat Bayern. Bereits im Vorfeld gab es Gespräche mit dem Kultusministerium über eine Erhöhung der Fördermittel. „Ohne eine stärkere Beteiligung des Freistaats wird die Neuaufstellung nur schwer umsetzbar sein“, so die Referentin weiter. Die Stadt will zudem prüfen, ob die Beiträge für Geschwisterkinder weiter gesenkt werden können.
Ein weiterer Baustein ist der Ausbau der Betreuungsplätze. Bis 2026 sollen in Augsburg rund 1.000 neue Plätze entstehen. Dafür sind Investitionen in Höhe von mehreren Millionen Euro geplant. Die Stadt setzt dabei auf modulare Bauweisen und die Umnutzung bestehender Gebäude.
Elternbeiräte begrüßen Pläne
Die Elternbeiräte der städtischen Kitas begrüßen die Pläne grundsätzlich. Sie fordern jedoch, dass die Umsetzung nicht auf Kosten der Qualität gehen darf. „Wir brauchen gut ausgebildetes Personal und angemessene Betreuungsschlüssel“, sagt eine Sprecherin des Gesamtelternbeirats. Die Stadt verspricht, die Personalausstattung zu überprüfen und gegebenenfalls aufzustocken.
Die endgültige Entscheidung über das Konzept soll im Stadtrat im Herbst fallen. Bis dahin werden die Vorschläge in den Gremien beraten und mit den Trägern abgestimmt. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass die neuen Regelungen zum Kindergartenjahr 2025/2026 in Kraft treten können.



