Bislang war das Modell, günstigen Strom zu speichern und später zu nutzen, vor allem Hausbesitzern mit Solaranlage vorbehalten. Doch nun bieten erste Unternehmen Batteriespeicher auch für Mieter an. Die Frage ist: Wann lohnt sich ein solcher Speicher ohne eigene Solaranlage?
Funktionsweise und Vorteile von Batteriespeichern für Mieter
Batteriespeicher können überschüssigen Strom aus dem Netz aufnehmen, wenn die Preise niedrig sind, und ihn zu Spitzenzeiten wieder abgeben. Für Mieter bedeutet das eine Möglichkeit, von schwankenden Strompreisen zu profitieren, ohne eine eigene Solaranlage installieren zu müssen. Die Geräte werden in der Wohnung oder im Keller aufgestellt und an das Stromnetz angeschlossen.
Anbieter und Kosten
Erste Firmen wie „EnerSpeicher“ und „StromFlex“ haben spezielle Tarife für Mieter entwickelt. Die Kosten für einen Batteriespeicher liegen zwischen 2.000 und 5.000 Euro, je nach Kapazität. Hinzu kommen monatliche Gebühren für die Nutzung der intelligenten Steuerung. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme kann ein Mieter mit einem Speicher von 5 Kilowattstunden Kapazität jährlich bis zu 300 Euro sparen, wenn er den Strom zu Zeiten niedriger Preise lädt und zu teuren Zeiten verbraucht.
Wirtschaftlichkeit und Voraussetzungen
Ob sich ein Batteriespeicher lohnt, hängt stark vom individuellen Stromverbrauch und den Preisschwankungen ab. „In Regionen mit hohen Preisunterschieden zwischen Tag und Nacht kann sich ein Speicher bereits nach fünf bis sieben Jahren amortisieren“, erklärt Dr. Anna Müller, Energieexpertin der Verbraucherzentrale. Voraussetzung ist ein Smart Meter, der die Strompreise in Echtzeit erfasst. Zudem müssen Mieter die Zustimmung des Vermieters einholen, da der Speicher fest installiert wird.
Alternativen und Fazit
Eine Alternative zum eigenen Speicher ist der Abschluss eines dynamischen Stromtarifs, bei dem der Preis stündlich schwankt. Hier können Mieter ihren Verbrauch an günstige Zeiten anpassen, ohne zusätzliche Geräte. Allerdings erfordert das eine hohe Flexibilität. Für Mieter, die regelmäßig viel Strom verbrauchen und bereit sind, in die Technik zu investieren, kann ein Batteriespeicher eine sinnvolle Ergänzung sein. „Jede Mietwohnung wird so zum kleinen Kraftwerk“, sagt Unternehmenssprecher Thomas Schmidt von EnerSpeicher. Insgesamt zeigt sich: Der Markt für Batteriespeicher ohne Solaranlage steckt noch in den Kinderschuhen, aber die ersten Angebote sind vielversprechend.



