Zum Wochenstart können Autofahrer eine kleine Entlastung an den Zapfsäulen verbuchen: Die Kraftstoffpreise sind leicht gesunken, bleiben aber auf einem hohen Niveau. Der Ölpreis ist zuletzt deutlich gefallen, was sich nun allmählich bei den Endverbrauchern bemerkbar macht. Nach Angaben des ADAC zeigten die Preise am Montagvormittag eine leicht rückläufige Tendenz.
Leichter Rückgang nach Wochenende
Bereits über das Wochenende waren die Preise etwas niedriger als in der Vorwoche. Der ADAC-Sprecher erklärte: „Der rückläufige Ölpreis scheint also langsam bei den Kraftstoffpreisen anzukommen.“ Auch Vergleichsportale verzeichneten eine minimale Abwärtsbewegung. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete Super E10 2,157 Euro pro Liter, Diesel 2,21 Euro – jeweils rund ein Cent weniger als am vergangenen Donnerstag.
Ölpreis und Zapfsäulenpreise: Verzögerte Weitergabe
Der Rückgang folgt auf eine Phase, in der Rohöl der Sorte Brent zeitweise über 100 Dollar pro Barrel notiert hatte. Seither ist der Ölpreis jedoch stark gefallen. Normalerweise reagieren die Spritpreise rasch auf Ölpreisbewegungen. Zuletzt fiel die Weitergabe jedoch ungewöhnlich schwach aus – insbesondere bei Benzin. Vor dem aktuellen Rückgang war Rohöl ab Mitte Juli stark gestiegen, während die Zapfsäulenpreise nur um einige Cent anzogen.
Weitere Einflussfaktoren
Neben dem Rohölpreis wirken sich auch Raffineriekapazitäten und Wechselkurse auf die Kraftstoffpreise aus. So können Engpässe in der Verarbeitung oder ein schwacher Euro die Preise trotz billigeren Öls hochhalten. Diese Faktoren erklären, warum die Preissenkungen bisher moderat ausfallen.
ADAC: „Kraftstoffpreise seit Wochen zu hoch“
Der ADAC beklagte, dass sich die Preise „bereits seit Wochen auf einem zu hohen Niveau“ bewegten. Der jetzige Rückgang des Ölpreises lasse jedoch hoffen, dass die Kraftstoffpreise zeitnah spürbar sinken werden, so der Sprecher. Im Vergleich zum letzten Tag vor Beginn des Iran-Krieges ist ein Liter Super E10 knapp 38 Cent teurer, ein Liter Diesel gut 46 Cent. Für eine Tankfüllung von 50 Litern bedeutet das Mehrkosten von 19 beziehungsweise 23 Euro.
Die Gesamtlage bleibt angespannt: Die geopolitischen Risiken rund um die Straße von Hormus haben sich zu Wochenbeginn etwas beruhigt, was den Ölpreis weiter drücken könnte. Autofahrer sollten die Gelegenheit zu einem günstigeren Tankstopp nutzen, denn die Entwicklung bleibt volatil.



