Seit dem Start des Berliner Drugchecking-Projekts im Juli 2023 wurden insgesamt 5310 Rauschgift-Proben analysiert – das entspricht durchschnittlich etwa 150 Proben pro Monat. Wie aus einer Statistik des Senats als Antwort auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht, wurden vor allem verschiedene Partydrogen von Konsumenten zur kostenlosen Analyse abgegeben. Getestet wurden hauptsächlich Amphetamine wie Ecstasy und Cathinon, aber auch Kokain, LSD und künstliches Cannabis. Natürliches Cannabis wird nicht untersucht.
Fast jede zweite Probe ist auffällig
Im Durchschnitt waren 49 Prozent der eingereichten Substanzen auffällig – entweder weil sie gefährliche Zusätze enthielten, zu hoch dosiert waren oder falsch deklariert wurden. Die Kategorien umfassen: „Hochdosierte Proben, Falschdeklaration, Verunreinigung, Falschdeklaration und Verunreinigung, Hochdosierung und Verunreinigung.“ Diese auffälligen Substanzen werden mit Fotos als Warnungen auf der Website www.drugchecking.berlin veröffentlicht. Dort finden sich zudem umfangreiche Erklärungen zu zahlreichen Drogen mit Informationen zu Konsumformen, Dosierungen, Wirkungen, Nachwirkungen und medizinischen Langzeitfolgen.
Hauptnutzer: junge Männer
Die Nutzer des Drugchecking-Angebots sind überwiegend Männer zwischen 18 und 39 Jahren. Nur 24 Prozent der Nutzer sind Frauen. Die allermeisten hatten zuvor keinen Kontakt zu Angeboten der Drogen- und Suchthilfe. Die Internetseite mit den Warnungen wurde im Durchschnitt rund 37.000 Mal pro Monat aufgerufen. Für das laufende Jahr zahlt Berlin 288.000 Euro für das Projekt, ab 2027 sind 295.000 Euro vorgesehen.
Senat: Drugchecking als wichtiger Baustein der Suchthilfe
Die Senatsverwaltung für Gesundheit bezeichnete Drugchecking als wichtigen Baustein der Suchthilfe. Die Analyseergebnisse und die anschließende Beratung würden „zu Konsumverzicht, Dosisreduktionen, einer erhöhten Risikowahrnehmung sowie einer verstärkten Reflexion des eigenen Konsumverhaltens beitragen“, so die Senatsverwaltung.



