Stefan Treddel wollte in einer Berliner Sommernacht nur ein Eis kaufen – doch der Ausgang war ein Albtraum. Der 34-Jährige wurde von einem E-Scooter-Fahrer attackiert und erlitt zwei Schläge ins Gesicht. Der Vorfall ereignete sich am späten Abend des 27. Juni 2026 im Stadtteil Friedrichshain. Treddel war auf dem Weg zu einer nahegelegenen Eisdiele, als ein Mann auf einem E-Scooter ihn unvermittelt ansprach und dann zuschlug.
Hintergrund der Attacke
Laut Treddel sei der Angriff völlig grundlos erfolgt. „Ich habe nur gesagt, dass ich ein Eis holen will, und plötzlich hat er mich beschimpft und mir ins Gesicht geschlagen“, berichtete das Opfer. Der Täter, der auf dem Bürgersteig unterwegs war, flüchtete nach der Tat mit seinem E-Scooter. Treddel erlitt Prellungen im Gesicht, blieb aber glücklicherweise ohne ernsthafte Verletzungen. Die Polizei Berlin bestätigte den Vorfall und sucht nun nach Zeugen. „Bislang liegen keine Hinweise auf den Täter vor“, sagte ein Polizeisprecher.
Passanten schauten weg
Besonders erschreckend: Obwohl die Attacke mitten in der belebten Gegend stattfand, griff niemand ein. „Ich habe um Hilfe gerufen, aber alle sind vorbeigegangen, als ob nichts wäre“, so Treddel. Dieses Verhalten der Passanten wirft Fragen zur Zivilcourage in der Hauptstadt auf. Der Vorfall ereignete sich gegen 23 Uhr an der Kreuzung Warschauer Straße und Revaler Straße, einem bei Nachtschwärmern beliebten Ort.
Ärger mit E-Scootern
E-Scooter sind in Berlin seit ihrer Zulassung 2023 ein ständiges Ärgernis. Immer wieder kommt es zu Konflikten zwischen Fußgängern und Fahrern, die oft auf Gehwegen unterwegs sind. Laut einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) aus dem Jahr 2025 gab es in Berlin im Vorjahr über 1.200 Unfälle mit E-Scootern, bei denen 14 Menschen ums Leben kamen. Die Dunkelziffer von Konflikten ohne Unfall wird als hoch eingeschätzt. „Die aggressive Nutzung von E-Scootern auf Gehwegen ist ein wachsendes Problem“, kommentierte ein Verkehrsexperte der Technischen Universität Berlin.
Reaktionen und Forderungen
Der Vorfall hat erneut die Forderung nach strengeren Regeln für E-Scooter laut werden lassen. Die Berliner Senatsverwaltung für Verkehr prüft derzeit ein Verbot von E-Scootern auf Gehwegen, wie ein Sprecher mitteilte. „Wir müssen die Sicherheit der Fußgänger gewährleisten“, so der Sprecher. Auch die Polizei kündigte verstärkte Kontrollen an. Stefan Treddel hofft, dass sein Fall dazu beiträgt, die Missstände zu beheben: „Ich will nicht, dass anderen das Gleiche passiert.“



