Ein junger Mann aus dem Eichsfeld ist Opfer eines sogenannten Sextortion-Versuchs geworden. Wie die Polizei mitteilte, hatte der Mann zunächst selbst von sich eine Nacktaufnahme erstellt und diese über eine Social-Media-Plattform verschickt. Kurz darauf wurde er von einer unbekannten Person kontaktiert, die ihm mit der Veröffentlichung der Aufnahme drohte, falls er kein Geld zahle. Statt auf die Forderung einzugehen, erschien der Betroffene am Samstag bei der Polizei und erstattete Anzeige.
Was ist Sextortion?
Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt regelmäßig vor dieser Masche. Bei Sextortion handelt es sich um eine Form der Erpressung mit Nacktbildern oder intimen Videos, meist über das Internet. Die Täter nehmen über soziale Netzwerke oder Dating-Plattformen Kontakt zu potenziellen Opfern auf und bauen zunächst ein Vertrauensverhältnis auf. In einigen Fällen sind die Täter den Opfern sogar bereits bekannt.
Im Laufe der Kommunikation fordern sie die Betroffenen auf, Nacktbilder von sich zu verschicken oder im Videochat sexuelle Handlungen vorzunehmen. Anschließend drohen die Erpresser, das Material online zu stellen oder an Familie und Freunde zu senden, wenn die Opfer nicht zahlen. Die Täter agieren häufig aus dem Ausland und sind oft Teil organisierter Banden.
Auch Erpressung ohne echtes Material möglich
In manchen Fällen drohen Täter auch mit angeblich kompromittierenden Aufnahmen, die es gar nicht gibt oder die manipuliert wurden. Männer werden laut BKA häufiger Opfer solcher Maschen, aber auch Frauen sind betroffen. Die Polizei rät daher zur Vorsicht: Keine Nacktaufnahmen verschicken, zurückhaltend mit persönlichen Daten umgehen und Videochats nicht vorschnell annehmen. Zudem sollten Betriebssysteme und Virenschutz auf dem neuesten Stand sein.
Was Opfer tun sollten
Wer bereits erpresst wird, sollte auf keinen Fall zahlen. „Meist geht die Erpressung nach Zahlung weiter“, warnt die Polizei. Stattdessen sollten Betroffene umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten und das weitere Vorgehen besprechen. Der junge Mann aus dem Eichsfeld hat diesen Schritt bereits unternommen.



