In China ist ein teurer Ferrari zum Spielplatz für Kinder geworden. Das Luxusauto wurde dabei beschädigt, was zu einem Streit über die Schadensregulierung führte. Der Vorfall ereignete sich in der Stadt Nanjing, wie lokale Medien berichten.
Kinder klettern auf Ferrari und verursachen Schäden
Eine Gruppe von Kindern nutzte einen geparkten Ferrari 488 Spider als Klettergerüst und Spielzeug. Sie sprangen auf der Motorhaube herum, setzten sich auf das Dach und zogen an den Außenspiegeln. Dabei entstanden Kratzer und Dellen am Lack sowie ein Riss im Verdeck. Der Besitzer des Fahrzeugs, ein 35-jähriger Geschäftsmann, bemerkte die Schäden erst, als die Kinder bereits verschwunden waren.
Laut Polizeiangaben beläuft sich der geschätzte Schaden auf etwa 200.000 Yuan (rund 26.000 Euro). Der Besitzer erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. „Die Kinder wussten vermutlich nicht, wie teuer das Auto ist“, sagte ein Polizeisprecher. „Dennoch müssen die Eltern für den Schaden haften.“
Streit um Haftung der Eltern
Der Vorfall löste in den sozialen Medien eine Debatte über die Verantwortung von Eltern aus. Viele Nutzer kritisierten die mangelnde Aufsichtspflicht. Andere fragten, warum der Ferrari nicht sicher abgestellt war. Der Besitzer forderte Schadensersatz von den Eltern der Kinder, die jedoch zunächst nicht zahlen wollten. „Mein Kind hat nur gespielt. Das Auto war einfach da“, zitierte ein lokaler Fernsehsender eine Mutter.
Ein Rechtsanwalt erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Xinhua: „Nach chinesischem Recht haften Eltern für Schäden, die ihre Kinder anrichten. Allerdings muss der Geschädigte nachweisen, dass die Kinder vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt haben.“ Im vorliegenden Fall sei dies eindeutig gegeben, da die Kinder erkennbar das Auto bestiegen und darauf herumgetobt hätten.
Ferrari-Besitzer zeigt Verständnis
Überraschend zeigte sich der Ferrari-Besitzer versöhnlich. „Ich war zunächst wütend, aber dann habe ich gesehen, wie die Kinder lachten. Sie haben es nicht böse gemeint“, sagte er in einem Interview. Er bot an, einen Teil der Reparaturkosten selbst zu tragen, wenn die Eltern den Rest übernehmen. „Kinder sind Kinder, aber man muss sie auch erziehen, dass sie fremdes Eigentum respektieren.“
Die Polizei vermittelt nun zwischen den Parteien. Eine Einigung steht noch aus. Der Vorfall erinnert an ähnliche Fälle in China, bei denen teure Autos von Kindern beschädigt wurden. Im Jahr 2023 etwa kletterten Kinder auf einen Lamborghini in Shanghai und verursachten Kratzer im Wert von 100.000 Yuan.
Prävention und Aufklärung gefordert
Der Fall hat erneut die Diskussion über die Sicherheit von Luxusautos im öffentlichen Raum entfacht. Experten raten Besitzern, ihre Fahrzeuge in gesicherten Bereichen zu parken oder mit Abdeckungen zu schützen. Gleichzeitig fordern Pädagogen mehr Aufklärung von Kindern über den Umgang mit fremdem Eigentum. „Eltern sollten ihren Kindern beibringen, dass Autos keine Spielzeuge sind“, sagte eine Erzieherin aus Nanjing.
Bis zur Klärung des Schadens bleibt der Ferrari in einer Werkstatt. Der Besitzer hofft auf eine schnelle Lösung: „Ich möchte den Streit hinter mir lassen und wieder mit dem Auto fahren können.“



