Die Geburtenrate in Deutschland ist im Jahr 2025 auf einen neuen Tiefstand gefallen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, lag sie bei lediglich 1,32 Kindern je Frau. Das entspricht einem Rückgang von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2024: 1,35). Insgesamt wurden 2025 in Deutschland 654.241 Kinder geboren. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort, der bereits 2022 begann.
Geburtenziffer auf Niveau von 2006
Die Geburtenziffer von 1,32 ist der niedrigste Wert seit knapp 20 Jahren. Im Jahr 2006 lag sie bei 1,33 Kindern je Frau. Noch niedriger war sie zuletzt Mitte der 1990er-Jahre, als 1994 mit 1,24 Kindern je Frau ein historischer Tiefstand erreicht wurde. „Die Geburtenrate ist kontinuierlich gesunken und hat nun ein Niveau erreicht, das zuletzt vor der Finanzkrise 2008 zu beobachten war“, erklärte ein Sprecher des Statistischen Bundesamtes.
Hamburg als einziger Lichtblick
Im Ländervergleich zeigt sich ein nahezu flächendeckender Rückgang. Einzig Hamburg verzeichnete einen leichten Anstieg von 0,4 Prozent auf 1,24 Kinder je Frau. In allen anderen 15 Bundesländern sank die Geburtenrate. Den stärksten Rückgang gab es in Mecklenburg-Vorpommern mit minus 6,3 Prozent auf 1,21 Kinder je Frau.
Geburtenraten der Bundesländer im Überblick
- Niedersachsen: 1,38
- Rheinland-Pfalz: 1,36
- Baden-Württemberg: 1,35
- Bayern: 1,35
- Nordrhein-Westfalen: 1,35
- Hessen: 1,34
- Bremen: 1,31
- Brandenburg: 1,30
- Saarland: 1,29
- Sachsen-Anhalt: 1,27
- Schleswig-Holstein: 1,26
- Hamburg: 1,24
- Mecklenburg-Vorpommern: 1,21
- Thüringen: 1,20
- Berlin: 1,19
- Sachsen: 1,16
Die Spannweite reicht von 1,38 Kindern je Frau in Niedersachsen bis zu 1,16 in Sachsen. In den ostdeutschen Flächenländern lag die durchschnittliche Geburtenrate bei 1,22, während sie in den westdeutschen Bundesländern bei 1,34 lag. Die höchste Geburtenziffer in Ostdeutschland wies Brandenburg mit 1,30 auf.
Deutsche Frauen bekommen weniger Kinder
Besonders deutlich ist der Rückgang bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit: Ihre Geburtenrate sank 2025 auf 1,20 Kinder je Frau – ein Wert, der zuletzt 1996 mit 1,22 gemessen wurde. Gegenüber dem Vorjahr ging die Rate um 2,8 Prozent zurück. Bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag die Geburtenrate bei 1,78 Kindern je Frau, ein Rückgang von 3,3 Prozent im Vergleich zu 2024 (1,84). Seit 2017 ist die Geburtenhäufigkeit ausländischer Frauen mit Ausnahme des Jahres 2021 kontinuierlich gesunken.



