Ein schwerer diplomatischer Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman ist ausgebrochen. Auslöser ist die gescheiterte US-Militäroperation „Project Freedom“ zur Sicherung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Der Kronprinz sagte seine Teilnahme am G7-Gipfel in Évian, Frankreich, ab – offiziell aus Termingründen, tatsächlich aber als Protest gegen Trumps Iran-Politik, wie das „Wall Street Journal“ berichtet.
Hintergründe des Zerwürfnisses
Der Gipfel-Boykott war laut dem Bericht nur der Höhepunkt heftiger Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Verbündeten. Mit „Project Freedom“ wollten die USA die Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus militärisch absichern und Tanker durch die Meerenge eskortieren. Doch Saudi-Arabien verweigerte den Amerikanern die Nutzung seiner Militärbasen und sperrte sich gegen Überflüge. Ohne die Unterstützung des Königreichs musste Washington die Operation abbrechen.
US-Drohungen und Eskalation
Trump erhöhte daraufhin den Druck: Das Weiße Haus drohte Saudi-Arabien mit einem Lieferstopp dringend benötigter Raketenabwehrsysteme. Erst danach hob Riad die Beschränkungen auf. Doch der Schaden war bereits angerichtet: „Project Freedom“ scheiterte endgültig, und zwischen Trump und Kronprinz bin Salman kam es zu mehreren hitzigen Telefonaten. Der Streit gilt als schwerste Krise zwischen Washington und Riad seit Jahren.
Möglicher Truppenabzug und Kurswechsel
Laut „Wall Street Journal“ prüfen die USA inzwischen, ihre Militärpräsenz in Saudi-Arabien zu reduzieren und stattdessen stärker auf Verbündete wie Israel und Jordanien zu setzen. Der Konflikt offenbart einen bemerkenswerten Kurswechsel: Während Trump auf militärische Härte setzt, will Saudi-Arabien eine Eskalation unbedingt verhindern und näherte sich zuletzt wieder dem Iran an. Der demonstrative Verzicht auf den G7-Gipfel war eine klare Botschaft an Trump: Riad geht bei der Iran-Politik nicht mehr mit.



