Festgeld-Treppenstrategie: So sichern Sie sich die besten Zinsen
Festgeld-Treppe: Beste Zinsen sichern

Die Treppenstrategie beim Festgeld verspricht eine clevere Kombination aus Sicherheit und Flexibilität. Statt einen großen Betrag für eine feste Laufzeit zu binden, verteilen Anleger ihr Geld auf mehrere Festgeldkonten mit unterschiedlichen Laufzeiten. So wird regelmäßig ein Teil des Kapitals verfügbar, während der Rest weiterhin von festen Zinsen profitiert.

Wie funktioniert die Festgeld-Treppenstrategie?

Bei der Treppenstrategie teilen Sparer ihren Anlagebetrag in mehrere Teile auf und legen diese mit gestaffelten Laufzeiten an, beispielsweise für ein, zwei, drei und vier Jahre. Wer 20.000 Euro anlegen möchte, könnte jeweils 5.000 Euro auf vier Festgelder verteilen: 5.000 Euro für ein Jahr, 5.000 Euro für zwei Jahre, 5.000 Euro für drei Jahre und 5.000 Euro für vier Jahre. Nach einem Jahr wird die erste Tranche frei. Der Betrag kann dann entweder ausgezahlt oder erneut angelegt werden, etwa wieder für vier Jahre. So entsteht eine rollierende Treppe: Jedes Jahr wird ein Teil des Geldes verfügbar, während der Rest weiter Zinsen bringt.

Chefanalystin Jasmin Ehlert von der Zinsplattform Raisin erklärt: „Durch die Staffelung wird in regelmäßigen Abständen immer wieder ein Teil des Geldes fällig. Sollten die Zinsen in der Zwischenzeit weiter steigen, kann dieses Kapital zu den dann höheren Konditionen reinvestiert werden. So sichern sich Anleger Schritt für Schritt das steigende Zinsniveau.“

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Vorteile der Festgeld-Treppe

Die Festgeldtreppe eignet sich besonders für sicherheitsorientierte Sparer, die nicht ihr gesamtes Geld auf einmal binden wollen. Durch die gestaffelten Laufzeiten entsteht mehr Flexibilität als bei einem einzelnen Festgeld mit langer Laufzeit. Ein weiterer Vorteil: Das Zinsrisiko wird gestreut. Niemand kann die Zinsentwicklung sicher vorhersagen. Wer alles auf einmal anlegt, erwischt im Zweifel einen ungünstigen Zeitpunkt. Bei der Treppenstrategie wird das Geld nach und nach zu unterschiedlichen Konditionen investiert.

Zudem bleibt die Planung überschaubar. Sparer wissen von Anfang an, wann welcher Teil des Geldes wieder zur Verfügung steht. Das kann für größere Anschaffungen oder absehbare Ausgaben hilfreich sein.

Nachteile und Risiken

Allerdings hat das Modell auch Nachteile. Wer sein Geld auf mehrere Laufzeiten verteilt, erhält möglicherweise nicht auf den gesamten Betrag die höchsten Zinsen, die bei sehr langen Laufzeiten angeboten werden. Ein Teil des Geldes ist dann zunächst zu niedrigeren Konditionen gebunden. Hinzu kommt ein gewisser organisatorischer Aufwand: Es müssen mehrere Laufzeiten im Blick behalten und Angebote verglichen werden. Wer die Strategie konsequent umsetzen will, sollte darauf achten, dass auslaufende Festgelder nicht automatisch zu schlechten Konditionen verlängert werden.

Ein weiterer Punkt: Festgeld bleibt Festgeld. Auch mit Treppenstrategie ist der jeweils angelegte Teilbetrag bis zum Laufzeitende in der Regel nicht verfügbar. Für den Notgroschen ist diese Form der Geldanlage daher nicht geeignet.

Für wen eignet sich die Festgeld-Treppe?

Die Strategie ist vor allem für sicherheitsorientierte Sparer mit einem mittleren bis längeren Anlagehorizont interessant. Sie eignet sich für Menschen, die Wert auf feste Zinsen legen, aber dennoch regelmäßig auf einen Teil ihres Geldes zugreifen möchten. Eine Festgeld-Treppe erfordert keine hohe Anlagesumme, denn bei einigen Banken gibt es Festgeldkonten schon mit einer Einlage von nur einem Euro. Weniger passend ist das Modell für alle, die kurzfristig auf den gesamten Betrag angewiesen sein könnten. Auch wer möglichst hohe Renditen erzielen will, muss auf andere Anlageformen setzen.

Festgeld-Treppe oder Tagesgeld?

Oft stellt sich die Frage, ob nicht auch Tagesgeld ausreicht. Der Unterschied ist grundlegend: Tagesgeld ist flexibel verfügbar, allerdings sind die Zinsen variabel und können sich jederzeit ändern. Beim Festgeld ist der Zinssatz für die gesamte Laufzeit festgeschrieben, dafür ist das Geld gebunden. Die Leiterstrategie versucht, die Vorteile beider Seiten teilweise zu verbinden: mehr Planbarkeit als beim Tagesgeld und mehr gestaffelte Verfügbarkeit als bei einem einzigen Festgeldkonto.

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Worauf Sparer achten sollten

Wer eine Festgeld-Treppe aufbauen will, sollte vor allem die Einlagensicherung prüfen. Innerhalb der EU sind Einlagen in der Regel bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich abgesichert. Trotzdem lohnt ein genauer Blick auf die Bank und das jeweilige Sicherungssystem, da die Regeln in verschiedenen Ländern leicht unterschiedlich sein können. Bei ausländischen Banken kann es auch zu Besonderheiten bei der Versteuerung kommen. Einige Anbieter zahlen die Zinsen brutto aus, sodass Anleger die Erträge über die Anlage KAP der Steuererklärung selbst versteuern müssen.

Ebenso wichtig ist es, die eigene Liquidität realistisch einzuschätzen. Geld, das kurzfristig gebraucht werden könnte, gehört nicht ins Festgeld. Sinnvoll ist es, zunächst einen ausreichend großen Notgroschen auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto zurückzulegen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Rücklagen von mindestens zwei bis drei Nettomonatsgehältern. Außerdem sollten Sparer Angebote über verschiedene Laufzeiten hinweg vergleichen. Nicht jede Bank bietet in allen Laufzeitstufen attraktive Zinsen. Entscheidend ist nicht nur der Spitzenzins, sondern das Gesamtbild.

Fazit: Treppenstrategie macht Festgeld flexibler

Die Leiter- oder Treppenstrategie beim Festgeld ist kein Geheimtrick, aber für viele Sparer ein durchdachtes Modell. Sie kann helfen, feste Zinsen mit einer gewissen Flexibilität zu verbinden und das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts zu verringern. Besonders in unsicheren Zinsphasen kann es sinnvoll sein, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Wer sein Geld gestaffelt anlegt, bleibt handlungsfähiger – ohne auf die Sicherheit des Festgelds zu verzichten.