Lipowitz nach Tour-Sturz operiert: Comeback 2026 möglich
Lipowitz nach Tour-Sturz operiert: Comeback 2026 möglich

Der deutsche Radprofi Florian Lipowitz ist nach seinem schweren Sturz bei der Tour de France bereits operiert worden. Wie Teamchef Ralph Denk von Red Bull-Bora-hansgrohe vor dem Start der 17. Etappe in Chambéry mitteilte, wurde Lipowitz in der Nacht nach dem Unfall am Schlüsselbein operiert. Er befinde sich weiterhin im Krankenhaus in Frankreich und werde voraussichtlich noch bis Donnerstag dort behandelt.

Gesundheitszustand stabil, aber Nachsorge nötig

„Das Schlüsselbein ist gebrochen, und er wurde operativ gehandelt, gestern Nacht noch“, sagte Denk. „Er ist aber noch im Krankenhaus und wird voraussichtlich auch noch die kommende Nacht dort verbringen. Es geht ihm gut, ich habe schon persönlich mit ihm sprechen können.“ Neben dem Bruch habe Lipowitz auch Hautabschürfungen erlitten, die behandelt werden mussten. „Da hatte er ein bisschen Angst gehabt, das zu säubern. Jeder, der das schon mal gehabt hat, weiß, dass es weh tut“, so Denk. „Aber jetzt ist es behandelt, und wir können nach vorne schauen, dass er so schnell wie möglich wieder aufs Auto kommt.“

Mentale Enttäuschung nach Podestträumen

Lipowitz sei „natürlich mega enttäuscht“, berichtete Denk. „So eine Tour de France, das sind viele, viele Monate an strategischer Arbeit, aber auch an Entbehrungen, das ist natürlich mental schon hart. Aber wir haben auch schon wieder gescherzt, dass das halt auch dazu gehört. Er ist nicht der einzige große Rennfahrer, dem das jetzt passiert ist. Es wird weitergehen.“ Der 25-Jährige hatte bei der diesjährigen Tour um einen Podestplatz gekämpft, als er im Einzelzeitfahren der 16. Etappe kurz vor dem Ziel stürzte und gegen den Bordstein prallte. Er musste das Rennen aufgeben.

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Comeback noch 2026 in Aussicht

Zur weiteren Jahresplanung äußerte sich Denk zurückhaltend, stellte aber ein Comeback noch in diesem Jahr in Aussicht. „Bei solchen Verletzungen gehe ich normalerweise davon aus, dass man ihn dieses Jahr noch auf dem Rad und beim Rennen sehen wird. Aber wie und was – das ist viel zu früh zu sagen.“ Klar ist jedoch: Angesichts von mindestens sechs Wochen Zwangspause kommt ein Start bei der Vuelta in Spanien (Start am 22. August) für Lipowitz zu früh. Auch die Weltmeisterschaft in Montreal (20. bis 27. September) ist fraglich. Danach bietet der Radkalender kaum noch Rennen – mit Ausnahme des Klassiker-Monuments Lombardei-Rundfahrt am 10. Oktober.

Kritik an Zeitfahrstrecke

Denk hatte bereits am Abend des Sturzes von einem Fahrfehler Lipowitz' gesprochen, der im Kampf um Sekunden zu viel riskiert habe. Tags darauf ergänzte der Teamchef, dass auch die Streckenabsicherung nicht optimal gewesen sei. „Ob er diese Verletzungen davongetragen hätte, wenn die Strecke besser abgesichert wäre, das kann man diskutieren“, sagte Denk. Die Teams hatten relativ wenig Trainingszeit auf der 26,1 Kilometer langen Strecke erhalten – ein Umstand, den auch der Gesamtführende Tadej Pogacar kritisierte.

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