Der finanzielle Aufwand für Mobilität hat bei vielen längst eine Schmerzgrenze erreicht. Das betrifft nicht nur die Tarife an der Tankstelle, die TÜV-Gebühren oder den Neuwagen-Kauf, sondern fängt beim Führerschein an. Ein Preis-Check zeigt: Die Kosten schwanken heftig zwischen einzelnen Städten. Das Buchungsportal anny.co hat die Gesamtkosten für den Führerschein in den 20 größten Städten Deutschlands verglichen. Dabei kam heraus: München ist mit 4329 Euro mit Abstand der teuerste Standort. In Berlin zahlen Fahranfänger 1828 Euro weniger – das entspricht einer Ersparnis von 73 Prozent.
Durchschnittspreis und regionale Unterschiede
Im Schnitt, so die Studie, werden für die Fahrerlaubnis in Deutschland 3288 Euro fällig. Dabei unterscheiden sich die Preise nicht nur bei den Fahrstunden beträchtlich. Auch die Prüfungsgebühren fallen je nach Kommune unterschiedlich hoch aus. So kostet die Vorstellung zur theoretischen Prüfung in Frankfurt 136 Euro, in Berlin ist sie kostenlos.
Einheitliche Tarife gibt es nur beim – ebenfalls verpflichtenden – Erste-Hilfe-Kurs: Der kostet in ganz Deutschland einheitlich zwischen 40 und 50 Euro.
Sonderfahrten und Fahrstundenpreise
Beim Vergleich des Pflichtstunden-Anteils gibt es regionale Unterschiede. Denn während es keine maximale Anzahl von Fahrstunden gibt, muss jeder Prüfling eine bestimmte Anzahl Überland-, Autobahn- und Beleuchtungsfahrten absolvieren. In der Gesamtheit umfassen diese Sonderfahrten zwölf Fahrstunden. Solch ein Paket kostet in München durchschnittlich 1099 Euro, während in Berlin dafür im Mittel nur 699 Euro berechnet werden.
Die Preise für eine einzelne Fahrstunde variieren ebenfalls: In München liegt der Durchschnitt bei 90 Euro, in Berlin bei 54 Euro. Auch in anderen Städten gibt es große Unterschiede: In Leipzig kostet die Fahrstunde 80 Euro, in Hannover nur 57 Euro.
Motorrad-Führerschein deutlich günstiger
In einer zweiten Studie wurden die Ausgaben für den Motorrad-Führerschein (Klasse A, Krafträder ohne Leistungsbeschränkung, ab 24 Jahren) ermittelt. Hier fallen die Kosten merklich geringer aus: Die günstigste Stadt innerhalb dieses Rankings ist Mannheim mit durchschnittlich 2214 Euro. Am teuersten wird es für Motorradliebhaber in Leipzig und München: 3749 Euro kostet die Lizenz hier im Mittel.
Im Durchschnitt zahlen Motorradfahrer in Deutschland 3020 Euro für den Führerschein. Die Preise für eine Fahrstunde liegen im Schnitt bei 76 Euro, in Leipzig mit 96 Euro am höchsten, in Hannover mit 63 Euro am niedrigsten.
Berechnungsgrundlage und Kostenfaktoren
Für die Studie untersuchte das Team von anny.co stellvertretend in jeder der 20 Großstädte vier Fahrschulen. Aus deren Tarifen wurde ein Durchschnittswert gebildet. Für die Berechnung wurde eine optimistische Zahl von 23 Fahrstunden angesetzt. Dauert die Schulung länger oder muss die Prüfung wiederholt werden, vergrößert sich der Preisabstand drastisch.
Geplante Führerschein-Reform
Das Bundesverkehrsministerium arbeitet aktuell an einer Führerschein-Reform, um die Kosten zu dämpfen. Dazu gehören unter anderem die Ausweitung des digitalen Theorieunterrichts sowie die Möglichkeit zum privaten Üben in der Praxis mit vertrauten Begleitpersonen. Die Änderungen dürften allerdings nicht vor 2027 in Kraft treten.



