Erste Freibäder verbieten Smart Glasses zum Schutz der Privatsphäre
Freibäder verbieten Smart Glasses zur Privatsphäre

Erste Freibäder in Deutschland reagieren auf die zunehmende Verbreitung von Smart Glasses und verbieten die Geräte, die oft wie gewöhnliche Sonnenbrillen aussehen, aber unbemerkt Fotos und Videos aufnehmen können. Für Badegäste und Personal ist meist nicht erkennbar, ob jemand nur auf das Display schaut oder heimlich filmt. Deshalb nehmen immer mehr Betreiber die Kamerabrillen ausdrücklich in ihre Haus- und Badeordnungen auf.

Neue Regeln für Kamerabrillen in Potsdam und Baden-Württemberg

Was das in der Praxis bedeutet, zeigen mehrere übereinstimmende Berichte, die auf Angaben der Deutschen Presseagentur (dpa) zurückgehen. In Potsdam sollen Smart Glasses künftig ausdrücklich in der Haus- und Badeordnung stehen. Geräte, mit denen unbemerkt Fotos oder Videos entstehen können, sollen dort nicht wie normale Brillen behandelt werden. Auch öffentliche Schwimmbäder in Baden-Württemberg bereiten sich auf das Thema vor. Die Arbeitsgemeinschaft öffentliche Bäder Baden-Württemberg will Kamerabrillen ebenfalls in den Badeordnungen berücksichtigen. Dabei spielt vor allem der Schutz von Kindern eine wichtige Rolle.

Berlin setzt auf bestehende Regeln

Die Berliner Bäderbetriebe setzen dagegen zunächst auf die bestehenden Regeln. Dort sind Foto- und Filmaufnahmen anderer Personen bereits verboten. Aus ihrer Sicht ist nicht das verwendete Gerät entscheidend, sondern die Aufnahme selbst. Hintergrund der Diskussion ist die besondere Situation in Freibädern, in denen sich Erwachsene, Jugendliche und Kinder leicht bekleidet aufhalten. Anders als bei einem Smartphone ist bei Smart Glasses oft nicht erkennbar, ob gerade gefilmt wird.

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LED-Leuchte schafft keine Sicherheit

Auch eine kleine LED-Anzeige, die bei aktiver Aufnahme leuchtet, löst das Problem nicht. Bei Sonne, Gegenlicht oder großem Andrang kann sie leicht übersehen werden. Zudem kursieren im Internet Anleitungen, wie sich solche Leuchten manipulieren lassen. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des SWR halten 85 Prozent der Befragten heimliches Filmen in privaten oder intimen Momenten für ein großes oder sehr großes gesellschaftliches Problem, bei Frauen sind es sogar 89 Prozent.

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