Ab dem 1. Juli 2026 müssen Krypto-Broker in der Europäischen Union über eine sogenannte MiCA-Lizenz (Markets in Crypto-Assets Regulation) verfügen, um ihre Dienste anbieten zu dürfen. Diese Lizenz soll den Verbraucherschutz beim Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum erhöhen und Geldwäsche bekämpfen. Laut Ulli Spankowski, CEO und Mitgründer von Bison, haben bislang jedoch nur rund 280 von über 1200 in Europa tätigen Unternehmen diese Genehmigung erhalten. Die genaue Zahl ändert sich ständig, wie die Datenbank der Europäischen Finanzaufsicht (ESMA) zeigt. Ohne entsprechende Lizenz operiert derzeit unter anderem Binance, eine der größten Krypto-Börsen weltweit. Die ESMA fordert, dass Anbieter ohne MiCA-Lizenz ihre Geschäftstätigkeiten in Europa bis zum 1. Juli herunterfahren und nur noch Dienste anbieten, die Kunden den Verkauf oder Transfer ihrer Krypto-Bestände ermöglichen.
Hohe Wechselboni von MiCA-konformen Brokern
Angesichts der drohenden Einschränkungen werben derzeit zwei MiCA-konforme Anbieter mit attraktiven Prämien um Krypto-Anleger, die vor einem Wechsel stehen. eToro, ein Broker, der neben Kryptowährungen auch Aktien, Anleihen und ETFs anbietet, gewährt einen Bonus von 5,0 Prozent auf das Transaktionsvolumen bei Krypto-Übertragungen. Konkret bedeutet das: Wer Coins im Wert von 1000 Euro überträgt, erhält 50 Euro Bonus. Maximal sind monatlich 2000 US-Dollar möglich. eToro ist MiCA-konform und bietet rund 150 handelbare Kryptowährungen. Die Kosten für den Kryptohandel betragen 1,0 Prozent des Transaktionsvolumens. Besondere Features sind das Staking von Ethereum, 3,55 Prozent Zinsen auf nicht investiertes USD-Guthaben und bis zu 4,0 Prozent Cashback mit der Debitkarte für Club-Mitglieder.
Bitpanda: 5 Prozent Cashback auf Krypto-Umzug
Bitpanda, ein österreichischer Broker, der ursprünglich auf Kryptowährungen spezialisiert war und mittlerweile auch Aktien, Anleihen und ETFs anbietet, lockt mit einem Cashback von 5,0 Prozent auf den ersten Krypto-Transfer. Der Bonus ist auf einen maximalen Betrag von 20.000 Euro begrenzt, und die Aktion ist auf 10.000 Teilnehmer beschränkt. Bitpanda ist ebenfalls MiCA-konform und bietet rund 650 handelbare Kryptowährungen. Die Kosten für den Kryptohandel betragen bis zu 2,49 Prozent des Transaktionsvolumens. Zu den Besonderheiten zählen das Staking diverser Coins, eine Visa-Karte zum Bezahlen mit Kryptowährungen und 3,0 Prozent Zinsen auf nicht investiertes USD-Guthaben.
Wichtige Kriterien bei der Brokerwahl
Experten raten, bei der Wahl eines neuen Krypto-Brokers nicht nur auf die Wechselprämie zu achten. Zwar kann diese kurzfristig eine Zusatzrendite bringen, langfristig sind jedoch die Kosten und das Angebot entscheidend. Anleger, die häufig kaufen und verkaufen, sollten besonders auf niedrige Transaktionsgebühren achten, da diese die Rendite schmälern. Auch das verfügbare Angebot an Kryptowährungen ist wichtig: Noch so gute Konditionen nützen nichts, wenn die gewünschten Coins nicht handelbar sind. Zusätzlich sollten Anleger prüfen, ob der Broker Sparpläne anbietet, Coins auf externe Wallets transferiert werden können oder Staking möglich ist.
Empfehlungen von Finanztip
Das Verbraucherportal Finanztip empfiehlt in seinem Test drei MiCA-konforme Broker. Bison, ein Angebot der Börse Stuttgart, bietet Privatanlegern 63 Kryptowährungen über eine Smartphone-App. Der Spread beträgt 1,25 Prozent des Ordervolumens, auch bei Sparplänen ab einem Cent. Staking ist für Ethereum und Solana möglich. Bitvavo aus Amsterdam bietet über 400 Kryptowährungen. Die Kosten liegen bei 0,25 Prozent des Transaktionswerts für Käufe zum Marktpreis und Sparpläne, bei 0,15 Prozent mit Preislimit. Staking ist bei über 70 Krypto-Assets möglich. Finst aus den Niederlanden ermöglicht den Handel mit 340 Kryptowährungen zu Ordergebühren von 0,15 Prozent – den niedrigsten unter den drei Empfehlungen. Sparpläne und Staking für 15 Coins sind verfügbar. Laut Finanztip überzeugt Bison bei der Leistung, Finst bei den Kosten, und Bitvavo bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.



