In Nürnberg ermittelt die Polizei gegen fast ein Dutzend Verdächtige, die junge Mädchen mit einer perfiden Masche in die Falle locken sollen. Die Täter gewinnen das Vertrauen ihrer Opfer zunächst mit Aufmerksamkeit und Geschenken, machen sie dann mit harten Drogen abhängig und missbrauchen sie sexuell. Ein 22-jähriger Syrer sitzt nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung in Untersuchungshaft.
Perfide Masche am Bahnhof und in Parks
Die Ermittlungen der Nürnberger Polizei richten sich gegen insgesamt elf Verdächtige. Ihnen wird vorgeworfen, gezielt nach jungen Mädchen zu suchen, die sich häufig an Bahnhöfen oder in Parks aufhalten. Die Täter sprechen die Mädchen an, schenken ihnen zunächst kleine Aufmerksamkeiten wie Süßigkeiten oder Getränke und bauen so ein Vertrauensverhältnis auf. Im nächsten Schritt bieten sie ihnen dann Drogen an, zunächst weiche Substanzen wie Cannabis, später harte Drogen wie Kokain oder Heroin.
Abhängigkeit als Werkzeug
Sobald die Mädchen von den Drogen abhängig sind, nutzen die Täter diese Abhängigkeit aus, um sie zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Die Opfer werden erpresst oder unter Druck gesetzt, um sie gefügig zu machen. Die Polizei geht davon aus, dass es in diesem Umfeld regelmäßig zu sexuellem Missbrauch kommt. Die 18-jährige Zeugin, die im Rahmen der Ermittlungen befragt wurde, schildert erschütternde Details: Sie wurde täglich am Bahnhof und in Parks von den Dealern angesprochen und bedrängt.
Überwachungskameras umgangen
Die Täter agieren offenbar äußerst professionell und vermeiden es, von Überwachungskameras erfasst zu werden. Sie wechseln häufig ihre Standorte und nutzen verschlüsselte Kommunikationswege, um ihre illegalen Geschäfte zu verschleiern. Die Polizei hat jedoch durch intensive Ermittlungen und die Aussage der 18-Jährigen entscheidende Hinweise erhalten, die zur Festnahme des 22-jährigen Hauptverdächtigen führten.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat Anklage gegen den Syrer wegen Vergewaltigung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz erhoben. Die Ermittlungen gegen die übrigen zehn Verdächtigen dauern an. Die Polizei bittet mögliche weitere Opfer oder Zeugen, sich zu melden. Die Behörden warnen eindringlich vor der Masche der Täter und appellieren an Eltern, ihre Kinder über die Gefahren aufzuklären.



