Rasen richtig bewässern: Experten-Tipps für Hitzewellen im Sommer
Rasen richtig bewässern bei Sommerhitze: Tipps vom Profi

Wenn der Rasen im Sommer schlappmacht, geraten viele Gartenbesitzer ins Schwitzen. Aus dem satten Grün wird schnell eine braune Fläche. Doch wer richtig wässert, kann seinem Rasen auch bei Hitze helfen. Wasser ist für Gräser überlebenswichtig. Ein Experte erklärt, worauf es genau ankommt.

Wasserbedarf des Rasens verstehen

„Rasengräser bestehen zu fast 90 Prozent aus Wasser. Bei Wassermangel bricht der Stoffwechsel zusammen und die Gräser sterben ab“, erklärt Dr. Harald Nonn, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft e.V., im Gespräch mit myHOMEBOOK.

Der häufige Fehler: zu oft und zu wenig gießen

Viele Hobbygärtner machen laut den Experten einen entscheidenden Fehler: Sie gießen zu oft und zu wenig. Das schadet dem Rasen langfristig. Wird der Boden nicht tief genug durchfeuchtet, wachsen die Wurzeln nur oberflächlich. Dadurch steht den Gräsern weniger Wasser zur Verfügung. Der Rasen wird anfälliger für Trockenheit und verlangt immer häufiger nach Wasser.

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Wer den Rasen stur alle ein bis zwei Tage bewässert, erzieht nach Angaben von Nonn regelrechte „Dauersäufer“. Der Experte sagt: „Wenn ich jeden Tag ein bisschen gieße, ziehe ich die Wurzeln des Rasens nach oben. Dann muss ich öfter wässern als bei tieferliegenden Wurzeln.“

Auf den Zustand der Gräser achten

Statt nach Kalender zu gießen, sollte man auf den Zustand der Gräser achten. Nonn empfiehlt, erst dann zu bewässern, wenn die Halme sichtbar hängen. Das kann schon nach drei Tagen passieren – oder erst nach einer Woche.

Rasenboden nicht austrocknen lassen

Ganz austrocknen sollte der Boden allerdings nicht. „Dann dichtet er ab, und das Wasser läuft ungenutzt weg“, erklärt Michael Henze vom Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL). Auch die Wassermenge spielt eine wichtige Rolle. Für zehn Zentimeter Wurzeltiefe braucht ein Sandboden etwa 15 Liter Wasser. Bei Lehmboden sind laut Nonn rund 25 Liter pro Quadratmeter nötig, um den Wasservorrat im Boden wieder aufzufüllen.

Gründlich beregnen statt kleckern

Die Devise lautet: nicht kleckern, sondern klotzen. Bei Trockenheit sollte der Rasen ein- bis zweimal pro Woche gründlich beregnet werden. Am besten wird der Boden frühmorgens und möglichst über die gesamte Fläche wurzeltief durchfeuchtet. So bleiben die Wurzeln in tieferen Bodenschichten. Wer nur wenig Wasser gibt, riskiert ein flaches Wurzelwerk.

Ein weiterer Vorteil: Tiefreichende Wurzeln erschließen Wasserreserven aus tieferen Bodenschichten. Dadurch sinken sowohl die benötigte Wassermenge als auch die Häufigkeit der Beregnung. Unter Bäumen benötigen Gräser allerdings häufiger Wasser.

Hitze belastet den Rasen zusätzlich

Bei großer Hitze kann es helfen, das Gras ein bis zwei Zentimeter länger wachsen zu lassen. Die Halme beschatten sich dann gegenseitig stärker, wodurch weniger Wasser verdunstet. Auch Mähen bei großer Hitze sollte vermieden werden. Über die Schnittflächen verlieren die Pflanzen zusätzlich Wasser.

Bei extremer Hitze kann laut den Experten sogar ein kurzes Befeuchten sinnvoll sein. Ähnlich wie ein Sprung ins Wasser für Menschen kühlen die Gräser dadurch etwas ab. Angst vor „Verbrennungen“ durch Wassertropfen müsse man bei den feinen Grasblättern nicht haben.

Kalium macht den Rasen widerstandsfähiger

Nicht nur Wasser entscheidet darüber, wie gut ein Rasen Trockenperioden übersteht. Auch die Nährstoffversorgung spielt eine wichtige Rolle. „Eine Düngung mit viel Kalium vor Beginn des Sommers lässt die Gräser sparsamer mit Wasser umgehen. Kalium reduziert die Wasserverdunstung der Blätter und erhöht zugleich die Hitzetoleranz“, sagt Nonn.

Michael Henze empfiehlt einen Depotdünger mit Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium sowie das Kalken des Rasens. Gedüngt wird im April, Juni und August. „Besonders Kalium ist wichtig, denn es sorgt dafür, dass die Pflanzen sparsamer mit Wasser umgehen“, ergänzt Nonn. „Kaliumhaltige Rasendünger werden eigentlich für den Herbst empfohlen, sind aber auch im Frühsommer sinnvoll, besonders auf Sandböden.“

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